Verwertung von Apfelkernen: ein ätherisches Öl aus einem industriellen Nebenprodukt

Das Team spricht über das Projekt

Die Kerne gelten seit Jahren als Nebenprodukt der Apfelverarbeitung. Es ist jetzt bekannt, dass sie eine wichtige Quelle für nutrazeutische Verbindungen sein können. Derzeit erfolgt die Extraktion von Öl aus Apfelkernen durch den Einsatz organischer Lösungsmittel, die als Rückstände im Öl verbleiben können. Diese Prozesse haben großen Einfluss auf die Funktions- und Ernährungseigenschaften des Fertigprodukts. Neben diesen traditionellen Technologien entstehen seit einigen Jahren alternative Technologien, die ohne organische Lösungsmittel auskommen. Ziel dieses Projekts ist es daher, Öle aus Apfelkernen unter Verwendung von überkritischem Kohlendioxid als „solvent free“ Technologie zu gewinnen. Die Technologie muss es ermöglichen, ein überlegenes Apfelkernöl in Bezug auf Menge (Massenextraktionsausbeute, spezifische Ausbeute an Verbindungen mit antioxidativer Aktivität) und auf einem sensorischen und ernährungsphysiologischen Niveau (Antinährstoffe, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine) zu gewinnen. Dieses Öl muss überlegen als ein Öl sein, das durch traditionelle Extraktionstechnologien mit Lösungsmittel (Soxhlet) oder mechanisches Pressen oder durch andere innovative Technologien wie Ultraschall-unterstützte Extraktion gewonnen wird.

Dieses Projekt fördert die ökologische Nachhaltigkeit, weil...

Die durch das Projekt erzielten Ergebnisse sollen die Möglichkeit aufzeigen, die Nebenprodukte des Apfelverarbeitungsprozesses zu verbessern. Die Extraktion von Öl aus Apfelkernen wird es ermöglichen, einen ersten Schritt für die industrielle Umstellung der Apfelverarbeitung im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu legen. Die Europäische Union weist auf einen Übergang von einer linearen Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft hin, um die Nebenprodukte, die andererseits wiederverwendet werden können, zu minimieren. Die Übernahme dieses Ansatzes durch eine Südtiroler Industrie wird es ermöglichen, Wirtschaft und Innovation durch positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft wiederzubeleben. Das in Apfelkernen enthaltene Öl kann durch geeignete Prozesse als Produkt oder Inhaltsstoff wiederverwendet werden und so wieder in die Kette der industriellen Verarbeitung im Sinne einer Kreislaufwirtschaft eintreten.

Das Partnerunternehmen stellt sich vor

«VOG PRODUCTS ist mit über 390.000 Tonnen angeliefertem Obst eines der bedeutendsten Unternehmen in der Welt der Halbfertigprodukte aus Obst und im Bereich Äpfel weltweit führend. Seine Hauptprodukte sind Fruchtsaft-Konzentrat, Direktsäfte, Pürees, Tiefkühlkost, frisch gekochte und geschnittene Äpfel sowie weitere verarbeitete Früchte wie Birnen, Pfirsiche, Aprikosen und Kiwis. VOG Products ist eine Organisation von Erzeugern mit einer Eigentümerstruktur, die auf 18 Genossenschaften und die vier wichtigsten Erzeugerorganisationen des Apfelbereichs aufgeteilt ist: VOG, VI.P, MELINDA und LA TRENTINA, d.h. insgesamt 13.500 Obstbauern in der Region. Der Erfolg von VOG-Produkten in der Welt basiert nicht nur auf der Qualität der Rohstoffe, sondern auch auf Grundwerten wie der Fähigkeit zum Weitblick, der Kreativität und dem Mut, in die Forschung zu investieren, um unsere Branche zu erneuern.»

Zur Website des Unternehmens

Wissenschaftliche koordinierung

Bild
Giovanna Ferrentino

Giovanna Ferrentino begann ihre Forschungstätigkeit 2015 an der Freien Universität Bozen als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Im Laufe der Jahre hat sie Studien über die sogenannten "grünen Technologien" durchgeführt. Es sind Alternative zu herkömmlichen industriell verwendeten Verfahren mit Kohlendioxid in der überkritischen Phase (1) für die Extraktion von Ölen und Komponenten mit hohem Nährwert aus Nebenprodukten, (2) Verkapselung der Nebenprodukten in stabile Zubereitungen und (3) Pasteurisierung von flüssigen und festen Lebensmitteln.

Das beteiligte Forschungspersonal

Bild
Alessandra Gasparini

Alessandra Gasparini, Abschluss in Chemie (Universität Triest), promovierte in Lebensmittelwissenschaften (Universität Parma) mit einer Arbeit über die Auswirkungen von Wärmebehandlungen auf Molkenproteine in Milch und auf ihre Allergenität und Verdaulichkeit (Doktorand am CIAL-Institut von Madrid). Später interessierte sie sich im Rahmen des europäischen Projekts Prolific für die Verwertung und Aufwertung von Pflanzenabfällen.