Digitale Souveränität im Fokus der 26. SFSCON – South Tyrol Free Software Conference im NOI Techpark
Bozen, 05. November 2026 – Wie können Unternehmen und öffentliche Verwaltungen ihre digitale Unabhängigkeit stärken? Welche Rolle spielen dabei Freie Software und offene Technologien? Diesen Fragen widmet sich die 26. Ausgabe der SFSCON – South Tyrol Free Software Conference, die am 13. und 14. November im NOI Techpark in Bozen stattfindet. Internationale Fachleute diskutieren über Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und digitale Souveränität. Begleitet wird die Konferenz von einem vielfältigen Rahmenprogramm mit Hackathon, Workshops und Angeboten für Kinder und Familien. Erstmals findet in Italien außerdem ein Digital Independence Day statt.
Wer seine Daten, Software und digitale Infrastruktur selbst kontrolliert, ist weniger von einzelnen Technologieanbietern abhängig. Das gilt für Unternehmen ebenso wie für öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen. Die SFSCON 2026 zeigt, welchen Beitrag Open Source dazu leisten kann und welche Chancen sich daraus für die Wirtschaft und Gesellschaft ergeben. „Bei digitaler Souveränität geht es darum, dass Unternehmen, öffentliche Organisationen und Bürgerinnen und Bürger die Kontrolle über ihre digitalen Entscheidungen behalten“, erklärt Patrick Ohnewein, Chief Digital Officer des NOI Techpark und Vorsitzender der SFSCON.
Das internationale Programm reicht von Open-Source-KI und Large Language Models über offene Hardware bis zu digitalen Rechten und neuen EU-Vorschriften. Davide Ricci, Vizepräsident und Managing Director von Linaro, zeigt, wie Unternehmen mithilfe offener Technologien eigene KI-Infrastrukturen aufbauen und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten behalten können. Harald Welte, Pionier der Freien Software im Mobilfunk, spricht über offene Telekommunikationsnetze. Weitere Vorträge beschäftigen sich mit Softwarelizenzen, dem Recht auf Reparatur und dem Cyber Resilience Act, der neue Anforderungen an die Cybersicherheit digitaler Produkte stellt.
Wie digitale Unabhängigkeit auch im Alltag funktionieren kann, zeigt am Samstag, 14. November, der Digital Independence Day (DI.DAY), der in Zusammenarbeit mit Fedimedia Italia erstmals in Italien stattfindet. Vorträge und Workshops stellen Alternativen zu den großen digitalen Plattformen vor und zeigen, wie sich Freie Software und dezentrale soziale Netzwerke nutzen lassen. Noch mehr Gelegenheit zum Entdecken und Ausprobieren bietet das Hacking Village: Hier werden offene Technologien, Robotik und Forschungsprojekte vorgestellt, aber auch historische Computer ausgestellt. Für die Jüngsten gibt es am Freitag Lesungen und am Samstag gemeinsam mit FUSS verschiedene Mitmachangebote.
Auch der NOI Hackathon SFSCON Edition gehört wieder zum Programm. Bei diesem 24-Stunden-Programmier-Marathon entwickeln Studierende und junge Talente gemeinsam digitale Lösungen. Das Rahmenprogramm beginnt bereits vor den beiden Konferenztagen: Speck&Tech bringt die lokale Tech-Community zusammen, während sich der World Usability Day der Freien Universität Bozen mit den Fehlern Künstlicher Intelligenz und deren Auswirkungen beschäftigt. B2B-Treffen und offene Community-Sessions bieten Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Interessierte können außerdem direkt vor Ort Linux-Zertifizierungsprüfungen auf Deutsch oder Italienisch ablegen.
Die SFSCON 2026 findet in englischer Sprache statt. Unterstützt wird die diesjährige Ausgabe von: RTC Gruppo FOS, Linaro, Telmekom, Bosch, Checkmk, Made in Cima, Pandigital, RISE, Zirkonzahn, 1006.org, Alineas, Catch Solve, ithel, Limitis, lynq.ing, Peer, RMBtec, Suggesto. Partner sind: Bucerius Law School, DI.DAY, EDIH NOI, Fedimedia Italia, FSFE, FUSS, Just Transition Centre (JTC), Linux Magazine, Linux Inlaws, Loacker, Linux Professional Institute (LPI), LUG BZ, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Open Source JobHub, Open Source Week, OW2, RIOS, Speck&Tech, Sticker Mule, Freie Universität Bozen (unibz), Weizenbaum-Institut. Die SFSCON wird im Rahmen des EFRE-Projekts 1114 IMPACT 2 von der EU kofinanziert.
Alle weiteren Informationen zur Konferenz gibt es unter sfscon.it.
