Professor Kurt Matzler hielt einen Vortrag über KI-getriebene Innovation: „Der Einsatz von KI in Unternehmen kann die Produktivität steigern, baut aber gleichzeitig wichtige Fähigkeiten der Menschen ab.“
Vorträge bei „Alpha Innovation Live“ im NOI Techpark zu radikalen Neuerungen und KI-Widersprüchen
Bozen, 15. September 2026 – Am 9. September stellte die vierte Ausgabe von „Alpha Innovation Live“ im NOI Techpark in Bozen radikale Innovation ins Zentrum. 150 Führungskräfte, Innovationstreibende und Forschende folgten der Einladung und tauschten sich darüber aus, wie Unternehmenszukunft aktiv gestaltet werden kann.
„Unternehmen müssen heute zweierlei schaffen: ihr Kerngeschäft erfolgreich weiterentwickeln und zugleich den Blick für grundlegend Neues offenhalten“, unterstreicht NOI-Landesrat Philipp Achammer. Dafür brauche es im Unternehmen klare Verantwortung und den notwendigen Freiraum.
Die diesjährige Ausgabe von Alpha Innovation Live bot renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis eine Bühne für ihre Perspektiven auf radikale Innovation. Im Zentrum stand die Frage, wie Unternehmen sich aufstellen müssen, um neben dem Kerngeschäft neue Innovationsfelder erschließen zu können.
Den Auftakt machte Tommaso Calarco, Direktor am Peter Grünberg Institut für Quantenforschung. Er nannte jene Bereiche, in denen Quantentechnologie zukünftig relevant wird, und zeigte auf, welche Chancen und Herausforderungen sich in diesem Zusammenhang für Unternehmen ergeben.
Im Anschluss sprach Kurt Matzler, Professor für Strategisches Management an der Universität Innsbruck, über KI-getriebene Innovation: „Der Einsatz von KI in Unternehmen hilft zwar dabei, mehr innovative Ideen zu generieren, dies führt jedoch noch nicht dazu, dass auch die Produktivität und die Innovationskraft im Allgemeinen steigen.“ Er beschreibt dazu vier Paradoxien, die gleichzeitig Vor- und Nachteile und somit Widersprüche von künstlicher Intelligenz offenlegen. Zum Beispiel das „Beschleunigungsparadox“, wonach KI die Arbeit schneller und billiger mache, aber dadurch Zeit für das Entdecken radikaler Innovation bremse. Oder das Kompetenz-Paradox, wonach die Produktivität steige, aber KI wichtige Fähigkeiten der Menschen schwäche.
In der nachfolgenden Podiumsdiskussion sprachen Michael Brehm, Multiunternehmer und Gründer von Redstone Capital; Diego Calvanese, Professor für Informatik an der Freien Universität Bozen und Kurt Matzler darüber, wie KI heutzutage in Firmen zum Einsatz kommt und welche neuen Geschäftsmodelle entstehen.
Ein weiterer Schwerpunkt rückte Unternehmenskultur und -struktur in den Mittelpunkt. Susann Fiedler, Professorin für Wirtschaft und Psychologie an der Wirtschaftsuniversität Wien, unterstrich die Wichtigkeit von Misserfolgen für das Gelingen von Innovation: Unternehmen sollten diese nicht fürchten, weil Fehler immer auch wertvolle neue Ideen hervorbringen würden.
In der anschließenden Diskussion zwischen Jelena Spanjol, Leiterin des Instituts für Innovationsmanagement der LMU München; Harald Oberrauch, Präsident der Technicon AG und Susann Fiedler wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Unternehmen von inkrementeller, schrittweiser Innovation zu radikaler Veränderung kommen können. Harald Oberrauch brachte mit seinem Beitrag die unternehmerische Perspektive mit ein: Die Technicon-Gruppe treibt einerseits Innovation im bestehenden Geschäft voran, schafft aber gleichzeitig durch Start-ups, Spin-offs und Netzwerke Raum für Projekte abseits etablierter Märkte.
Davide Campari, Managing Director von Fujifilm Healthcare Italia, schließlich widmete sich in seinem Vortrag der Frage, wie Unternehmen sich neu erfinden können, ohne die eigene Identität aufzugeben. Dabei erklärte er, dass Unternehmen sich nicht darauf beschränken sollten, das Kerngeschäft immer weiter zu optimieren. Wichtig sei vielmehr, die eigenen Stärken zu erkennen und diese an neue Marktanforderungen anzupassen. „Bei Fujifilm verbinden wir die Kompetenzen, die wir im Unternehmen aufgebaut haben, mit neuen Technologien, Impulsen von außen und dem Mut, auch Ansätze zu verfolgen, deren Ergebnis noch nicht feststeht“, so Campari. Claudia Berti, Chief Innovation Officer des Familienunternehmens Pelliconi; Ivan Salvato, Manager der Unit Medical Informatics Innovation bei Fujifilm Healthcare sowie Davide Campari selbst vertieften das Thema in der anschließenden Podiumsdiskussion.
Begleitung auf dem Weg zur radikalen Innovation bietet die im NOI Techpark entwickelte Alpha Innovation Methode: „Radikale Innovation braucht neben Methode auch Mut. Daher bieten wir nicht nur den 1:1 Service für Unternehmen, sondern auch das Event Alpha Innovation Live und damit einen Raum für Begegnung und Austausch für Unternehmen“, so Petra Seppi, Leiterin Innovation Management im NOI. „Heute, vier Jahre nach dem Start von Alpha Innovation, konnten wir durch unsere Beratungen sowie das jährliche Live-Event zahlreiche Unternehmen dabei unterstützen, bahnbrechende Neuerungen umzusetzen. Zehn renommierte Speaker aus Forschung und Wirtschaft sowie 150 Teilnehmende beim diesjährigen Event zeigen, wie groß das Interesse an radikaler Innovation ist.“






