published
08.10.2026
READING TIME
5 Minuten

Leistungstest in großer Höhe

FUSION GRANT: Wie Kälte und Sauerstoffmangel die Leistung beim Skifahren beeinflussen 

In großer Höhe zählt nicht nur körperliche Fitness: Wer im Profisport oberhalb von 2.500 Metern Meereshöhe aktiv ist, muss schnell reagieren und klare Entscheidungen treffen. An dieser Stelle setzt das Projekt Hyperhypoxikon an. Der Name vereint die Begriffe Hyperoxie, Hypoxie und Cognition – also zusätzlichen Sauerstoff, Sauerstoffmangel und kognitive Leistung. Es wird untersucht, wie Kälte und große Höhe auf körperliche und kognitive Multitasking-Leistungen wirken. Getestet wird auch, ob zusätzlicher Sauerstoff die Leistung bei simulierten Skirennen und die Reaktionszeit auf optische Signale verbessern kann.

Innovativer Skisimulator 

Das Projektteam entwickelte einen Multi-Sensor-Skisimulator als Prototyp. Er ermöglicht realitätsnahe Bewegungsabläufe und liefert präzise Messdaten. Die Testpersonen absolvieren simulierte Slalomfahrten, reagieren auf visuelle Signale und werden dabei hinsichtlich Bewegung, Muskelaktivität, Koordination und Reaktionszeit untersucht. Hyperhypoxikon unterscheidet sich von früheren Studien, da das Projekt nicht nur statische Belastungen misst, sondern aktive, dynamische Bewegungen. 

Teamwork mit Praxisbezug 

Getragen wird das Projekt von Eurac Research, der Melittaklinik und der TU Dresden. Eurac Research bringt die Expertise im Bereich Höhenforschung und Klimasimulationen im terraXcube mit, die Melittaklinik die medizinische und anwendungsorientierte Perspektive. Bei der technischen Entwicklung des Simulators unterstützt die TU Dresden das Projektteam. 

Wichtig ist der kontinuierliche Austausch zwischen Forschung, Medizin und technischer Umsetzung. „Die Zusammenarbeit mit der Melittaklinik und der TU Dresden im Rahmen von Fusion Grant war für uns ein wichtiger Schritt“, sagt Professor Nikolaus Netzer, Senior-Forscher am Institut für Alpine Notfallmedizin von Eurac Research. „Auf diese Weise lassen sich medizinische Fragestellungen, technische Entwicklung und anwendbare Forschung auf produktive Weise vereinen.“ 

Der Weg zum Markt 

Der erste Prototyp liefert vielversprechende Ergebnisse, einige technische Anpassungen sind aber noch notwendig: Bewegungen und Messsysteme müssen genauer verbunden werden und Trainingsszenarien weiterentwickelt werden. Auch Videoelemente und variable Geschwindigkeiten sollen künftig eine größere Rolle spielen. Das Endziel ist es, ein lizenziertes Produkt auf den Markt zu bringen. Mögliche Kunden für den Skisimulator sind Leistungszentren, Skiclubs und -gymnasien, professionelle Athletinnen und Athleten sowie Reha-Einrichtungen.

Hyperhypoxikon ist eines von zehn Projekten der dritten Ausgabe von Fusion Grant, einer Initiative der Stiftung Südtiroler Sparkasse, in Kooperation mit NOI Techpark, dem Südtiroler Wirtschaftsring und Wirtschaftsnetz. Die Initiative fördert gezielt Kooperationen zwischen Südtiroler Unternehmen und Forschungsinstituten – und eröffnet jungen Forschenden unter 40 den Einstieg in praxisnahe Projekte.