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04.08.2026
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KI für bessere Ladeplanung

FUSION GRANT: Eurac Research und NEOGY wollen die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge besser planen

Unterwegs mit dem Elektroauto und keine Ladestation in Sicht? Dieses Problem zeigt, dass Ladeinfrastruktur oft noch nicht dort entsteht, wo sie tatsächlich gebraucht wird. Während bisher vor allem auf eine möglichst breite Flächenabdeckung gesetzt wurde, soll die Planung nun gezielter und datenbasiert erfolgen. Genau hier setzt das Fusion-Grant-Projekt AIchargeMAP an. Ziel ist es, die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in Südtirol mithilfe von KI besser zu planen. 

Herausforderungen meistern 

Matteo Giacomo Prina von Eurac Research, wissenschaftlicher Koordinator des Projekts, nennt drei zentrale und eng miteinander verknüpfte Herausforderungen: die flächendeckende Verteilung von Ladestationen, die etwas höheren Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen und die Reichweite. „In Südtirol mit seinen Tälern und Höhenunterschieden verstärken sich diese Aspekte: Es braucht eine Infrastruktur, die das gesamte Gebiet abdeckt – nicht nur die wichtigsten urbanen Zentren.“ 

Laut Prina fehlte bisher ein systematischer Ansatz, der reale Nutzungsdaten einbezieht, um Standorte wirtschaftlich und nutzerorientiert zu optimieren. Genau das soll AIchargeMAP nun leisten. 

Dialog und Daten 

Das Projekt baut auf einer Kooperation zwischen Eurac Research und NEOGY auf. Das Unternehmen bringt seine Praxiserfahrung ein, damit sich die Forschung an realen Marktanforderungen orientieren kann. „Gerade in einem sich schnell entwickelnden Sektor wie der Elektromobilität ist ein kontinuierlicher Dialog zwischen Modellentwicklung und praktischer Anwendung entscheidend“, sagt Prina. Eine zentrale Grundlage des Projekts sind die realen Daten aus dem NEOGYLadenetz. In die Modelle fließen unter anderem Verkehrsströme, Points of Interest, historische Nutzungsdaten bestehender Ladestationen, sozioökonomische Merkmale der Regionen sowie Prognosen zur Verbreitung von Elektrofahrzeugen ein. Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen Nutzerfreundlichkeit und wirtschaftlicher Tragfähigkeit für die Betreiber zu finden. 

Von der Analyse zur Planung 

In einem dynamischen und wettbewerbsintensiven Markt ist es allerdings eine Herausforderung, die künftige Nachfrage realistisch vorherzusagen. Umso wichtiger ist ein verlässliches Prognosetool. Das Ergebnis des Projekts soll deshalb eine benutzerfreundliche Plattform mit interaktiver Karte sein. Betreiber können damit verschiedene Szenarien durchspielen, Standorte vergleichen und potenzielle Auslastung sowie Rentabilität abschätzen. Am Ende sollen ein validiertes Prognosemodell und ein operatives Tool stehen, das NEOGY bei Investitionsentscheidungen und der strategischen Planung des Ladenetzes unterstützt. Langfristig soll AIchargeMAP dazu beitragen, die Elektromobilität in Südtirol weiter voranzubringen und die Region nachhaltiger und attraktiver zu machen. 

AIchargeMAP ist eines von zehn Projekten der dritten Ausgabe von Fusion Grant, einer Initiative der Stiftung Südtiroler Sparkasse, unterstützt von NOI Techpark in Kooperation mit dem Südtiroler Wirtschaftsring und Wirtschaftsnetz. Sie fördert gezielt Kooperationen zwischen Südtiroler Unternehmen und Forschungsinstituten – und eröffnet jungen Forschenden unter 40 den Einstieg in praxisnahe Projekte. In der aktuellen dritten Ausgabe wurden zehn Projekte ausgewählt, finanziert mit 500.000 Euro Stiftungsgeldern plus über 100.000 Euro Unternehmensbeiträgen. Dass sich das Modell bewährt, zeigen die Zahlen: Nach drei Runden stehen bereits 29 Projekte zu Buche – realisiert mit 35 Südtiroler Unternehmen und 36 Forschenden, bei einem Gesamtvolumen von über 1,8 Millionen Euro.