published
16.07.2026
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Innovation verändert das Erscheinungsbild von Gebäuden

FUSION GRANT: Eurac Research und STG Lab engagieren sich für effizientere, ansprechendere und funktionalere Photovoltaikmodule 

Photovoltaik ohne Abstriche bei Ästhetik, Effizienz und Nachhaltigkeit in Gebäudefassaden integrieren. Genau dieser Herausforderung widmet sich das Projekt PV FACE. Die Initiative zielt darauf ab, die Beziehung zwischen Solarenergie und architektonischer Hülle grundlegend neu zu denken: weg von nachträglich aufgesetzten Solarpaneelen, hin zu integrierten Modulen, die nicht nur Energie erzeugen, sondern gleichzeitig mit Materialien, Farben und Linien zeitgenössischer Architektur harmonieren. 

Das Projekt entstand im Rahmen der Fusion Grant Initiative und wird von Eurac Research in Partnerschaft mit STG Lab, dem Forschungs- und Entwicklungsbereich von GruppoSTG, koordiniert – einem italienischen Unternehmen, das im Bereich der erneuerbaren Energien tätig ist. Gemeinsames Ziel der Partner ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Wertschöpfungskette gebäudeintegrierter Photovoltaikmodule (GiPV) in Südtirol zu stärken. „Die Energiewende ist untrennbar mit der Wahrnehmung von Photovoltaik verbunden", erklärt Laura Maturi, Projektverantwortliche bei Eurac Research. „Wird diese als ästhetisch störend empfunden, verlangsamt sich deren Einsatz. Deshalb arbeiten wir an Modulen, die nicht nur effizient sind, sondern auch harmonisch in die Gebäudehülle integriert werden können." 

Das Projekt gliederte sich in mehrere Phasen. Nach einer Analyse des aktuellen Stands der Technik und der verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten von Photovoltaikglas widmete sich das Team der Entwicklung und Erprobung neuer Lösungen. GruppoSTG stellte dabei Materialproben zur Verfügung und unterstützte die Aktivitäten bei mechanischen Belastungstests. Im Zuge des Projekts wurden neue Module laminiert, bei denen unterschiedliche Schichten und Materialien kombiniert wurden, Prototypen gefertigt und umfangreiche Tests durchgeführt, darunter optische Charakterisierungstests mittels Spektrophotometer, farbmetrische Untersuchungen sowie Prüfungen der elektrischen Leistung mithilfe eines Solarsimulators. Das Ergebnis: semitransparente Module mit sichtbaren Solarzellen sowie farbige Lösungen, die sowohl auf herkömmlichen keramischen Pigmenten als auch auf technisch anspruchsvolleren und leistungsfähigeren Interferenzpigmenten basieren.

„Unser Ziel ist es, den optimalen Kompromiss zwischen ästhetischem Anspruch und Energieeffizienz zu finden und dem Markt eine ausgereifte Technologie anzubieten, die Energieerzeugung, Wärmedämmung und Sonnenschutz in einem einzigen Fassadenelement vereint", erklärt Eleonora Tomasino. Die Postdoc-Forscherin trat 2025 dank der Förderung durch Fusion Grant dem Institut für Erneuerbare Energien von Eurac Research bei, um am Projekt PV FACE mitzuwirken. Innerhalb des Teams „Integrated Photovoltaic System“ leitete die Absolventin des Energie-Ingenieurwesens und Doktorandin der Bau-, Umwelt- und Maschinentechnik die Phasen der Modellierung, Konzeption und Charakterisierung der Module. „Ich bin Fusion Grant sehr dankbar, denn die Initiative hat mir die Möglichkeit gegeben, an einem spannenden Projekt in einem wachstumsorientierten Umfeld zu arbeiten. Ich bin derart begeistert, dass ich auch nach Abschluss des PV FACE Projektes bei Eurac Research bleiben werde", bestätigt die Forscherin. 

„Von diesem Projekt werden nicht nur Modulhersteller profitieren, sondern auch Fassadenbauer, Fensterbauer und Bauunternehmen. Dadurch wird ein zunehmend nachhaltigeres und effizienteres Bauwesen gefördert“, ergänzt Laura Maturi. Abschließend unterstreicht sie: „Fusion Grant ist eine zentrale Initiative zur Förderung technologischer Innovation, industrieller Zusammenarbeit und junger wissenschaftlicher Talente."

PV FACE ist eines von zehn Projekten der dritten Ausgabe von Fusion Grant, einer Initiative der Stiftung Südtiroler Sparkasse, in Kooperation mit NOI Techpark, dem Südtiroler Wirtschaftsring und Wirtschaftsnetz. Die Initiative fördert gezielt Kooperationen zwischen Südtiroler Unternehmen und Forschungsinstituten – und eröffnet jungen Forschenden unter 40 den Einstieg in praxisnahe Projekte.