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Auf der Suche nach der perfekten Idee
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2019-10-22 2019-10-22 22 Oktober 2019 - Valerie Lux
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Bio-Ökonomie, Fitness, Arbeitsmanagement: Die Start-ups von NOI Techpark präsentieren sich beim „Pitch to Investors”

„Seid ihr bereit?“ – so gibt die Moderatorin den Startschuss für die große Herausforderung des Abends. Der Abend, an dem im Scheinwerferlicht des Noise im NOI Techpark alle Augen auf die Start-ups des hauseigenen Gründerzentrums gerichtet sind und sich die Unternehmer in Spe Investoren und Buisness Angels präsentieren dürfen: Es ist angerichtet, los geht’s mit dem „Pitch to Investors“ des Start-up Incubator. Das Programm steht, die Start-ups sollen in kurzer Zeit ihre Idee oder ihr Projekt an Mann und Frau bringen; die Business Angels spitzen dabei ihre Ohren und Augen, um anschließend vielleicht in die ihrer Meinung nach vielversprechendsten Projekte zu investieren. Petra Gratl, Ideatorin und Leiterin des Start-up Incubator im NOI Techpark, ist die Freude ins Gesicht geschrieben: „Das ist eine riesen Gelegenheit für unsere Start-ups. Genau diese Anlässe bieten ihnen die Möglichkeit, ihre Ideen der Welt zu präsentieren, ihr Netzwerk auszubauen und ihren Unternehmen Wachstum zu ermöglichen.“ Der Incubator öffnet natürlich nicht jedem die Türen, die Qualität und das Potenzial der Idee spielen eine große Rolle. Hat man beide Beine aber erst einmal drin, kann man auf umfassende Unterstützung setzen: „Wir begleiten die Start-ups bei der Entwicklung ihrer Geschäftsidee und helfen ihnen dabei, wettberwerbsfähig zu werden und zu bleiben. Dafür bieten wir spezifische Dienstleistungen und Programme an, die sowohl jene, die im Markt schon aktiv tätig sind, als auch jene, die noch in der Pre-Inkubationsphase stecken, antreiben sollen.“  

Das Aufeinandertreffen mit den Investoren

Als erstes springt Tobias Diana, Gründer von BioLogik Systems auf die Bühne, im Hintergrund sieht man Bilder von gerade zurecht gestutzten Weinreben. Ihre abgeschnittenen Zweige liegen auf dem Boden. „Bislang weiß keiner so genau, was tun mit diesen Zweigen“, sagt Diana. „Deswegen haben wir BioLogik Systems gegründet. Wir haben ein Gerät entwickelt, mit dem wir den Holzschnitt abholen, kompostieren und innerhalb eines Jahres als Humus wiederverwerten.“ Ressourcen sind wertvoll und sollten nicht als Müll gesehen werden. Nachhaltigkeit ist Motto des Abends und man sieht, dass sich die vom NOI Techpark geförderten Start-ups der „Friday for Future“-Bewegung zugehörig fühlen.
Marco Bezzi von Bluetentacles befasst sich zum Beispiel mit Wasserverbrauch. Mit seinem Team hat er ein Wireless-Bewässerungssystem für die Landwirtschaft entwickelt. Ein Sensor misst die aktuelle Luftfeuchtigkeit und vergleicht sie mit weiteren Daten von Satelliten sowie der aktuellen Wetterlage. Droht eine Trockenheit, gibt das Gerät automatisch den Befehl zum Bewässern, ohne dass es manuell veranlasst werden muss; bei Regen setzt das System nicht ein und spart damit Wasser. So bahnt sich die künstliche Intelligenz ihren Weg in die Landwirtschaft – alles im Dienste der Umwelt. „Bluetentacles will nicht nur beim Wasser sparen. Wir wollen auch den Stromverbrauch reduzieren. Unsere Lösung intergriert Elektronik und IT, womit bis zu 30% weniger Wasser, aber auch bis zu 20% weniger Energie beim Pumpen verschwendet wird.“
Dann gibt es auch Unternehmen wie Mirnagreen.  Das Start-up entwickelt Nahrungsergänzungsmittel aus pflanzlichem Genmaterial. Roberto Viola und sein Team extrahieren microRNA aus Pflanzen, ohne dabei auf Chemie zurückzugreifen, der ganze Prozess verläuft auf natürlichem Wege. Dabei gewinnen sie ein Produkt, das einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das Immunsystem von Säugetieren haben könnte. In der Theorie reicht in Zukunft eine einzige Kapsel, um damit die Nährstoffe von zwei Kilo Äpfeln aufzunehmen. „Wir wollen, dass unser Produkt zum Standard in der Kosmetik, Nutrazeutik und im Functional Food wird“, erklärt Viola und führt weiter aus: „Wir arbeiten gerade im NOI Techpark an der ersten Pilotanlage zur Extraktion von microRNA in großen Mengen.“ 

Die Welt verändern will auch Ecosteer, Start-up im IT-Bereich von Elena Pasquali. Ihr Werkzeug? „Blockchains.“ Ecosteer hat eine Software entwickelt, die Personendaten GDPR-konform abspeichert. User können selbst bestimmen, welche Daten das Unternehmen von ihnen verwenden darf oder nicht. Wer trotzdem entscheidet, dass seine Daten verwendet werden dürfen, wird durch ein System belohnt. 
Die Maxime der verschiedenen Unternhemen ist klar: Das Leben eine Spur einfacher machen. Dieser Devise folgt auch Gabriele De Candido mit FlashBeing - ein digitales Organisations-Tool, mit dessen Hilfe Unternehmen ohne Umwege mit Freelancern kommunizieren und über eine Plattform ihre Arbeit koordinieren können. Ob WeTransfer, E-Mails oder Facebook: FlashBeing vereint alles an einem Ort. „Auf einem durchschnittlichen Arbeitsplatz herrscht unglaubliches Chaos. Mit unserem Produkt wollen wir ein wenig Ordnung hineinbringen. To-Do-Listen, Meetings oder Produktivitätsstatistiken – hier ist alles nur einen Klick entfernt“, erklärt De Candido, der auch darauf hinweist, dass die App seit 2017 im App Store unter der Kategorie „Lebenserleichternde Produkte“ gelistet ist.  
Ein gutes Zeitmanagement erleichtert in der Tat den Alltag. Aber nicht nur in der Arbeit, auch beim Sport kann man davon profitieren. Das beweist Chatfit: Das Start-up von Alina Cornescu will die Sportler dieser Welt vereinen. Über die App kann man Gleichgesinnte der Firma, in welcher man tätig ist, kontaktieren und sich zum gemeinsamen Sport verabreden. Die junge Unternehmerin ist davon überzeugt, dass so ein Tool besonders in Unternehmen eine größere Rolle spielen sollte: „Nur 20% der Menschen sind mit ihrer Arbeit rundum glücklich. Diese Zahl könnten die Unternehmen selbst erhöhen, indem sie in das psychische und körperliche Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter investieren. Sport ist ein großartiger Motivator, hilft beim Team-Building und fördert das Miteinander“ So verabredet man sich schon jetzt auf Chatfit über einen virtuellen Chat zu ein wenig gemeinsamer Bewegung nach der Arbeit. 

Networking-Zentrale NOI

An anwesenden Investoren mangelte es an dem Abend nicht. Aus ganz Italien und den Alpenländern schwärmten Business Angels wie Alexander Gallmetzer von „Euregio Plus“ oder Eva Ogriseg von den „Tyrolean Business Angels“ in das Innovationsviertel. NOI liegt genau an der Schnittstelle von Nord und Süd und zieht daher Talente und Ressourcen aus beiden Richtungen an.
Doch worauf kommt es bei einem Investment an? „Es gibt drei fundamentale Punkte, an denen man sich vor einem Investment orientiert: das Team, der Markt und das Produkt. Daher sollte die Marschroute der Start-upper diese sein: Erklärt das Problem, das ihr lösen möchtet; präsentiert uns eure Lösung; zeigt auf, was euch von euren Competitors abhebt; und erklärt uns, wie ihr als Unternehmen wachsen wollt“, merkt Gallmetzer an. Auch Ogriseg hat einige fundierte Vorschläge parat: „Den Unterschied macht unter anderem auch die Art und Weise, wie die Start-ups ihre Ideen auf der Bühne vorführen. Und natürlich, wie gut sie auf die Fragen des Publikums antworten können.“ Eine gute Idee ist also nicht alles – auch eine Brise Charisma und Überzeugungskraft kann letztendlich ausschlaggebend sein. 

FACT SHEET

Der Start-up Incubator ist dank einer großen und stimulierenden Community und den zahlreichen Programmen zur Förderung und Umsetzung des eigenen Business-Modells das ideale Umfeld für innovative Start-ups.
Anlässlich des Pitch to Investors hat das europäische Start-up-Festival Heroes, das jährlich in Maratea stattfindet, zwei Tickets zur Teilnahme an der nächsten Ausgabe im September 2020 zur Verfügung gestellt. Im Wettbewerb sollen dabei Start-ups, Unternehmen, Privatpersonen und Teams ihre Businessidee und somit ihren Ansatz zur Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen von heute präsentieren.

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