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Sicherheit geht vor – Cyber Security made in Südtirol
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2021-01-14 2021-01-12 12 Januar 2021 - Silvia Obwexer
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Mensch und Maschine sicher vernetzen – das ist das Ziel von Endian, eine im Bereich Cyber Security spezialisierte IT-Firma im NOI Techpark. Mit ihren Lösungen schafft sie sichere Netzwerke und garantiert geschützte Datentransfers in einer digitalen Welt. Wer davon profitiert? KMU und die Industrie 4.0.

Mails checken, die letzte Abrechnung vom Server im Büro abrufen, eine Versicherung fürs Auto abschließen oder schnell mal die Alarmanlage zu Hause kontrollieren – Mensch und Maschine werden immer vernetzter. Wie aus dem Bericht von Hootsuite für das Jahr 2020 hervorgeht, verbringen Menschen heutzutage mehr als sechs Stunden täglich im Internet – wir sind also fast durchgehend mit anderen vernetzt. Doch wie gut sind unsere Daten bei all diesen Aktivitäten im Netz geschützt? Auf diese Frage hat die Firma Endian die passende Antwort parat. Die IT-Firma ist seit 2019 bei uns angesiedelt und hat sich kürzlich der NOI-Community vorgestellt. Die Entwickler und Techniker haben dabei erklärt, an welchen technologischen Lösungen sie gerade arbeiten und wie sie dadurch Netzwerke in Büros und großen Produktionsanlagen sicherer gestalten.

Geschütztes Smart Working und sichere Industrie 4.0

Angefangen hat alles im Jahr 2003, als sich der heutige CEO Raphael Vallazza mit einigen Technik-Nerds zusammengeschlossen und erste Plattformen im Bereich der Cyber Security entwickelt hat. Heute zählt die Firma mehr als 40 Mitarbeiter, die von München, Mailand und von Houston aus an den neuesten Technologien tüfteln. Sie entwickeln Plattformen sowie Hard- und Software, um Smart Working und die Industrie 4.0 sicher zu gestalten.

„Ein Teil unserer Produktpalette richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen. Mit unseren Lösungen können sie ihre Kommunikation und Datenübertragung schützen und absichern“, erklärt Raphael Vallazza, Mitbegründer und CEO von Endian. „Jedes Unternehmen kommuniziert über E-Mails, speichert Dateien auf Servern oder greift von verschiedenen Standorten auf das Unternehmensnetzwerk zu. Da kann es sich niemand leisten, dass das gesamte System unterbrochen oder von einer Malware lahmgelegt wird“, so Vallazza weiter. „Unsere Plattform schafft eine sichere Umgebung und schützt die Informationsübertragung des gesamten Unternehmensnetzwerks“. Dank der Lösungen fürs Homeoffice kann beispielsweise ein VPN-Tunnel vom Heim-Computer ins Büro eingerichtet werden. Dadurch können Mitarbeiter von zu Hause aus sicher auf Dateien zugreifen, ohne dass schädliche Viren oder Trojaner eingeschleust werden.

Die Corona-Krise hat uns allen vor Augen geführt, dass die Digitalisierung nicht mehr aufzuhalten und Smart Working aus der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken ist. Firmen und Unternehmen brauchen heutzutage deshalb mehr denn je eine sichere und zuverlässige Vernetzung ihrer Mitarbeiter und Maschinen. Cyber-Security ist so wichtig wie noch nie – und das nicht nur im Bereich des Smart Working. Auch große Produktionsfirmen im Bereich der Industrie 4.0 und des Industrial Internet of Things (kurz IIOT) greifen auf die Lösungen von Endian zurück. In vielen großen Produktionsanlagen sind Arbeitsschritte standardisiert, Produktionsabläufe zwischen Anlagen werden aufeinander abgestimmt und Maschinen werden je nach Effizienz und Nutzen automatisch eingesetzt. Dank des Industrial Internet of Things sind Maschinen untereinander und auch mit Menschen vernetzt. Daher ist in diesen Bereichen eine sichere Informationsübermittlung zwischen Mensch und Maschine – aber auch zwischen den einzelnen Geräten – unerlässlich. Heutzutage laufen die Produktionsanlagen kontinuierlich und Ausfälle aufgrund von technischen Problemen im Datentransfer müssen verhindert werden. Endian bietet Produktionsfirmen eine Plattform, um alle Abläufe zentral zu verwalten, das IIOT sicher zu gestalten und bei eventuellen Problemen schnell eingreifen zu können. Mitarbeiter können so einfach und unkompliziert Maschinen überwachen, auf Geräte zugreifen und Fernwartungen vornehmen. Im NOI Techpark hat nun Endian anderen Unternehmen und Wissenschaftlern des Innovationsviertels ihre Lösungen präsentiert, ganz im Sinne des Wissenstransfers und um neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu fördern. Denn das IT-Unternehmen bietet KMU und großen Produktionsfirmen die nötigen Tools, um die digitale Transformation zu meistern.

Ständiges Wachstum

Es handelt sich bei den Produkten von Endian um wichtige und gefragte Lösungen - dies belegen auch die Unternehmenszahlen: Kunden in mehr als 50 Ländern, ein jährliches Wachstum um 40 Prozent im Bereich Industrie 4.0 und 70 Prozent der Einnahmen aus dem Export. Eine weitere Besonderheit der Südtiroler IT-Firma: das Modell Open-Source. „Unsere Technologien bestehen zu 99 Prozent aus Open-Source. Dies bedeutet, dass sie für alle frei zugänglich sind und von jedem verändert werden können. Unser Vorteil dabei? Vier Augen sehen mehr als zwei“, so Vallazza. Der Zugriff auf die Open-Source Plattformen von Endian ist für jeden offen. Falls nun ein Tech-Experte ein Problem entdeckt, kann dieser auch gleich eine Lösung anbieten und einbauen. So bleibt das gesamte System up to date und alle profitieren davon: Nutzer können die Plattformen frei verwenden und Endian steht eine motivierte Tech-Community aus der ganzen Welt zur Seite. „Unternehmen bieten wir natürlich nicht nur die freie Software an, sondern kombinieren diese mit weiteren Leistungen wie Entwicklung, Umsetzung, Qualitätssicherung und Support“, erklärt Vallazza.

NOI Techpark, Technikmetropole für freie Software

Im NOI Techpark, dem zentralen Begegnungsort zwischen Unternehmertum und Forschung in Südtirol sowie einem der bedeutsamsten Referenzpunkte für freie Software, hat Endian einen idealen Standort zum Wachsen gefunden. „Die Förderung von Innovationen ist uns schon immer ein Anliegen gewesen:  Wir investieren jährlich 15 Prozent unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung und NOI Techpark bietet dafür das ideale Umfeld“, sagt Vallazza. „Hier können wir uns mit anderen Institutionen vernetzen und neue Partnerschaften aufbauen. So arbeiten wir zum Beispiel mit der Fakultät für Informatik der Freien Universität Bozen und mit deren Spin-off Ontopic zusammen.“  Und es kündigen sich bereits neue Möglichkeiten für weitere Zusammenarbeiten an. im NOI können Wissenschaftler und Unternehmer auf das Know-how des Innovationsviertels im Bereich der digitalen Technologien zurückgreifen und neue Möglichkeiten für Forschung oder fürs eigene Business entdecken. „Dieses Umfeld passt sehr gut zu unserem Ziel, die digitale Transformation im Bereich der Industrie und in der Arbeitswelt zu fördern. Denn wir forschen, entwickeln und tüfteln tagtäglich an neuen Produkten und innovativen Lösungen“, schließt Vallazza.  

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