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Ontopic: Lesen von Big Data leicht gemacht
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2019-10-02 2019-10-02 2 Oktober 2019 - Rosalba Cataneo
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Das Spin-off der Freien Universität Bozen mit Sitz im NOI Techpark beschäftigt sich mit der Zukunft der Daten-Integration. Ziel ist es, im IT-Bereich eine solide Brücke zwischen  
Forschung und Unternehmen zu schlagen. 

Mit der Einführung der ersten Computer und PCs entstand die Notwendigkeit, Daten mehr oder weniger effizient zu sammeln und zu speichern. Nach und nach wurden im Laufe der Jahre neue und immer komplexere Tools entwickelt, um die unüberschaubare Menge an Informationen, mit denen wir täglich konfrontiert werden, zu bewältigen. Und genau damit haben sich die Gründer von Ontopic, dem ersten Spin-Off der Freien Universität Bozen, befasst. Das Start-up ist das Ergebnis einer fast zehnjährigen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Die als Prototyp realisierten Lösungen sollen, so die Absicht der Wissenschaftler, nun marktfähig gemacht werden. Dass dafür die Gründung eines eigenen Unternehmens notwendig war, hat vor allem einen Grund: Die Wirtschaft braucht Leistungen und Garantien, die eine Universität so nicht bieten kann. Das junge Unternehmen kann nun hier ansetzen, ohne allerdings die Forschungsarbeit zu vernachlässigen. 

Ontopic hat seinen Sitz im Start-up Incubator von NOI Techpark. „Hier zu sein, erleichtert die Arbeit enorm und bietet uns die Kontakt-, Kooperations- und Schulungsmöglichkeiten, die sich ein Unternehmen in unserer Größenordnung sonst nicht leisten könnte“, erklärt Diego Calvanese, Professor an der Fakultät für Informatik der Freien Universität Bozen, Mitbegründer von Ontopic und wissenschaftlicher Berater des Spin-Offs. „Wir können die für uns notwendigen Räumlichkeiten nutzen und arbeiten bereits mit einigen Abteilungen von NOI Techpark zusammen.“  

Daten von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen  

Die Forscher der Uni Bozen haben eine Software entwickelt, die eine intelligente Datenintegration ermöglicht. Das ist der Ausgangspunkt des Start-ups. Das Erstellen eines solchen Systems ist sehr komplex und zeitaufwendig. Auch deshalb gibt es zurzeit weltweit keine Tools, die ähnliche Anforderungen erfüllen. Als Kunden kommen IT-Unternehmen aus dem privaten und öffentlichen Bereich in Frage. „Viele Betriebe, aber auch öffentliche Verwaltungen haben Probleme, auf Daten zuzugreifen und sie zu integrieren, wenn sie aus unterschiedlichen Quellen stammen“, so Calvanese. „Unser Ziel ist es, innovative Technologien zu entwickeln und bereitzustellen, die den Zugriff auf Daten sowie ihre Verarbeitung und Analyse erleichtern.“ Und er ergänzt: „Unsere Arbeit ist innovativ, weil wir Technologien anwenden, die auf neusten Forschungsergebnissen zur Wissensrepräsentation von Künstlicher Intelligenz basieren und die es Stand jetzt auf dem Markt nicht gibt. In diesem Bereich gehören wir zu den weltweit führenden Teams.“ Die Vorteile würden dabei auf der Hand liegen: Der Datenintegrationsprozess werde nicht nur vereinfacht, sondern es ließen sich auch wichtige Ergebnisse erzielen – und zwar in kürzerer Zeit, mit niedrigeren Kosten und weniger Personal. 

Virtual Knowledge Graphs und die Tourismusentwicklung 

Derzeit bewegt sich das Start-up in zwei Richtungen. Zum einen will das Forscherteam die intern entwickelte Software innerhalb des nächsten Jahres auf den Markt bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Ontopic auf Virtual Knowledge Graphs (VKG). Diese semantische, neue und vielversprechende Technologie stellt eine neue Art des Datenzugriffs dar. Sie ermöglicht es, flexible Lösungen für komplexe Datenintegrationsprojekte zu finden und dabei das bestehende Know-how zu nutzen. 

In einer zweiten Phase will das erfahrene Team auch Beratungen anbieten. Derzeit arbeiten die Forscher mit NOI Techpark an einem Projekt für den Tourismussektor. Dieser Bereich gilt als sehr interessant, da er in Südtirol eine grundlegende Rolle spielt. Und auch in diesem Fall kommen die Knowledge Graphs ins Spiel. „Damit kann man zum Beispiel herausfinden, ob die Gäste aus einem bestimmten Land mehr an Kultur, Natur oder an wissenschaftlichen Projekten interessiert sind“, sagt Diego Calvanese. „Daraus lassen sich maßgeschneiderte Angebote zusammenstellen, die dann auf ‚personalisierten’ Webseiten beworben werden.“ Angesichts der Innovationskraft des Projekts bieten sich zahlreiche Möglichkeiten. 

FACT SHEET 

Ontopic ist das erste Spin-off der Freien Universität Bozen. Das Unternehmen entwickelt Software, die den Datenintegrationsprozess erleichtert. Es ist im Start-up Incubator von NOI Techpark angesiedelt. Die Einrichtung bietet ein optimales Umfeld für die Gründung und Konsolidierung von Start-ups. Bereits bestehende Betriebe und solche, die sich noch in der Gründungsphase befinden, werden durch spezifische Programme und durch professionelle Dienstleistungen in ihrer Entwicklung, bei der Validierung des Geschäftsmodells und beim Markteintritt unterstützt. 

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