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Unternehmen, Start-ups und Spin-offs: 19 Neuzugänge im NOI Techpark
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2020-06-25 2020-06-24 24 Juni 2020 - Elmar Burchia
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Das Innovationsviertel in Bozen wächst weiter: Unter den „New Entries“ finden sich auch große Firmen wie Würth und Loacker. Für sie alle bringt NOI Techpark den Mehrwert von geballter Kompetenz und Forschungsinfrastruktur, die es ermöglichen, Know-how und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. 

Es geht weiter – mit Innovation, Projekten, Kooperation und Austausch. Von und zwischen etablierten Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und der Universität. Nach dem langen Lockdown hat NOI Techpark seine Tore wieder geöffnet. Und bei der Gelegenheit eine wichtige Neuigkeit verkündet: Das Innovationsviertel im Süden von Bozen ist um weitere 19 Firmen gewachsen, zehn Unternehmen und neun Start-ups. Elf der Neuzugänge sind bereits im ersten Quartal 2020 eingezogen; die restlichen acht wurden während des erzwungenen Stillstands, mitten in der Corona-Krise von der Aufnahmekommission bestätigt. Mit diesen Neuzugängen steigt die Zahl der angesiedelten Unternehmen im NOI Techpark auf 75; rund 800 Beschäftigte haben hier mittlerweile ihren Arbeitsplatz. Forscher, Techniker, junge Talente und Unternehmer: Nach der monatelangen Pause sind sie nun auch wieder vor Ort aktiv. Stillgestanden sind die Aktivitäten im Innovationsviertel ohnehin nie. In den vergangenen Monaten wurden online gleich mehrere Initiativen gestartet, darunter die Plattform „Krise, und jetzt“, die Unternehmen Hilfestellungen in Zeiten von Covid-19 bietet.

Klares Signal in schwierigen Zeiten

Für die Unternehmen im NOI Techpark war es nun jedoch von entscheidender Bedeutung, endlich wieder vor Ort zu sein, um mit Produktentwicklungen oder Produkttests fortzufahren und sich mit anderen innovativen Köpfen auszutauschen. Darunter auch den Forschenden von Eurac Research, der Freien Universität Bozen, des Versuchszentrums Laimburg, von Fraunhofer Italia und der KlimaHaus Agentur. „In dieser schwierigen Phase ist es ein wichtiges Signal, dass es Unternehmen und Start-ups gibt, die nie stillgestanden sind und die weiterhin auf neue Pläne und innovative Projekte setzen“, sagt der Direktor des NOI Techpark Ulrich Stofner. „NOI will und kann ihnen dafür, in Zusammenarbeit mit seinen Partnern, ein starkes Netzwerk und die nötige Infrastruktur bereitstellen.“ Ein Mehrwert dieses Arbeitsumfelds sind laut Stofner die insgesamt 40 wissenschaftlichen Labore in führenden technologischen Bereichen, die Unternehmen bei der Entwicklung neuer Lösungen und somit bei der Steigerung ihres Know-hows und ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützen. Zu den 19 Neuzugängen gesellen sich noch weitere vier Start-ups, die in den vergangenen drei Jahren im NOI Start-up Incubator zu Unternehmen herangewachsen sind und sich nun ebenfalls im NOI Techpark ansiedeln. Es handelt sich dabei um Functional Gums, Mirnagreen, HBI und Connexx

Mit dabei bei der Vorstellung der Neuzugänge am 18. Juni war Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher. Er unterstrich, dass NOI Techpark eine wichtige Rolle beim Neustart und dem gemeinsamen Weg zurück auf einen Wachstumspfad einnehme. „Wir möchten den Neustart in die richtige Richtung lenken. In dieser Legislaturperiode haben wir bereits Schritte für eine wirtschaftliche, aber auch soziale, kulturelle und ökologische Nachhaltigkeit unternommen. Wir haben stark auf technologische Innovation gesetzt, denn sie erlaubt uns, den hohen Lebensstandard in unserer Provinz aufrecht zu erhalten“, so Kompatscher. Südtirols Landeshauptmann gab sich überzeugt, dass wir „aus dieser Krise gestärkt hervorgehen werden.“  

Auch global Players ziehen in den NOI Techpark

Unter den Neuzugängen, die NOI Techpark als Standort gewählt haben, sticht ein Name besonders heraus: Würth Italia, Weltmarktführer im Handel mit Befestigungs- und Montagmaterialien. „Wir investieren stark in Innovation und Entwicklung. Und wenn ein Start-up, mit dem wir zusammenarbeiten, Ideen hervorbringt, die für unser Business interessant sein sollten, sind wir auch bereit, es zu begleiten – ob mit Finanzierungen, bei der Umsetzung oder auch durch den Erwerb des Start-ups“, erklärte Geschäftsführer Nicola Piazza. „Wir haben beschlossen, Teil von NOI Techpark zu werden - statt Innovation innerhalb des Unternehmens zu betreiben -, weil wir hier in direktem Kontakt mit vielen innovativen Institutionen und Start-ups stehen. Für Würth Italia ist es entscheidend, mittendrin zu sein in diesem dynamischen Umfeld.”

Neben solch prestigeträchtigen internationalen Namen finden sich auf der Liste der „New Entries“ auch kleinere Unternehmen. Die aber mit derselben großen Zuversicht in die Zukunft schauen. Wie zum Beispiel ODIS, ein Start-up aus Südtirol, das Sensoren, Kontrollgeräte und Software für die Steuerung und Auswertung von automatisierten Bewässerungssystemen entwickelt und vertreibt. „Wir arbeiten bereits seit einiger Zeit mit NOI Techpark zusammen. Der hier eingerichtete Maker Space hat es uns ermöglicht, unsere ersten Produkt-Prototypen zu entwickeln, und mit dem Pre-Incubation Program konnten wir die unternehmerische Seite unseres Start-ups ausbauen. Umso mehr freuen wir uns, jetzt als Start-up hier im NOI Techpark angesiedelt zu sein, und sind gespannt auf die Zukunft“, berichtete Manuel Vieider, einer der Gründer. „Wir sind bisher nur zu dritt, und bevor wir hier hergezogen sind, arbeiteten wir in einem Raum zu Hause in Tramin.“  

Auch auf logistischer Ebene gibt es Neuigkeiten: Der Seminarbereich im NOI wurde an die geltenden Sicherheitsmaßnahmen angepasst und steht fortan wieder Unternehmen und Institutionen offen, um hier Firmenmeetings und kleinere Events abzuhalten. Mit großen Räumen, die die Einhaltung des nötigen Sicherheitsabstandes gewährleisten, Desinfektionssystemen und einer kontrollierten Luftqualität. Die stabile Internetverbindung sowie die neuesten Technologien, um Teilnehmer remote dazuzuschalten oder Events online zu übertragen, ermöglichen auch hybride Veranstaltungen. In der Zwischenzeit starteten im Juni auch die Bauarbeiten für NOI Techpark Bruneck, der 2021 eröffnet werden soll. Dort wird sich alles um das Technologiefeld Automotive drehen, das mit einer Reihe von großen Unternehmen im Pustertal sein Zentrum hat.

Die neuen Firmen im NOI im Überblick

Die zehn Unternehmen: E.I.M.A (entwickelt, produziert und vermarktet innovative mechatronische Produkte sowie Anwendungen und Systeme für die Automatisierung von Werkzeugmaschinen); Industrio Ventures (erster Hardware-Accelerator Italiens, der in Start-ups aus der Automotive und Smart Transportation Branche investiert); Konverto (eines der führenden Südtiroler Unternehmen im Bereich IT-Dienstleistungen); Loacker (Marktführer in der Herstellung von hochwertigen Waffel- und Patisserie-Produkten); Sauber (Verwaltungs- und Instandhaltungsdienstleistungen für Gebäude und deren Anlagen); Schmack Biogas (Projektierung, Realisierung und Instandhaltung von Biogas- und Biomethananlagen); TerraX (entwickelt neue Technologien im Bereich der erneuerbaren Gase aus Biomasse); Thauma (Tool, mit dem die Leistung von Unternehmensführungs- und internen Verwaltungsprozessen überwacht und optimiert werden kann); Vehicle Engineering & Design (entwickelt Fahrzeuge und Fluggeräte für den Bereich Aerospace, Automotive und Defense); Würth (weltweiter Marktführer im Vertrieb von Produkten und Systemen zur Befestigung und Montage).  

Die neun Start-ups: Animeshon (arbeitet an einer Faire-Trade-Plattform für Anime und Manga); Care4U (entwickelt digitale Produkte und Dienstleistungen für den stationären Pflegebereic); Catch&Solve (hat eine Plattform entwickelt, mit der Fehler in Anwendungen erkannt, analysiert und korrigiert werden können); Devcom Pro (entwickelt, produziert und vermarktet zwei innovative Systeme für die Personalverwaltung und Projektplanung); Energy Technology Development (hat sich auf erneuerbare Energiequellen und die anaerobe Fermentation spezialisiert);  Lune (hat eine Mehrwegkerze entwickelt, die mit flüssigem Wachs nachgefüllt werden kann); ODIS (entwickelt und vermarktet Sensoren, Kontrollgeräte und Software für die Steuerung und Auswertung automatisierter Bewässerungssysteme); Ontopic (das erste Spin-off der Freien Universität Bozen hat eine Software entwickelt, mit der die in heterogenen, unvollständig dokumentierten Datenquellen gespeicherten Daten zugänglich gemacht werden können), Truckscreenia (Start-up aus dem Bereich der Smart Mobility, das ein georeferenziertes digitales Kommunikationssystem entwickelt hat).

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