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Junge Geschäftsideen auf Autorensuche: die Siegerprojekte von „Camp 4 Company“
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2019-07-01 2019-07-01 1 Juli 2019 - Alexander Ginestous
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Über 300 Schüler haben sich heuer am Wettbewerb beteiligt, der seit sieben Jahren den Innovationsgeist ins Klassenzimmer bringt. Dabei wurden ein Mehrzweck-Einkaufswagen, ein multifunktionales Schneidebrett und ein Vermittlungsportal für Aus- und Weiterbildungsangebote ausgezeichnet. Mario Farias, Projektleiter im NOI Techpark: „Das Engagement dieser jungen Leute ist vorbildhaft. Sie sind unsere Zukunft.“

Kleine Innovatoren wachsen, und mit ihnen auch ihre Ideen. Und So kommt es, dass bereits Oberschüler Produkte entwickeln, die durchaus das Zeug haben, konkret umgesetzt zu werden. Drei davon wurden beim diesjährigen „Camp 4 Company“-Wettbewerb ausgezeichnet: ein Mehrzweck-Einkaufswagen, ein smartes Schneidebrett und ein Online-Portal für Fortbildungsangebote. Vor sieben Jahren wurde die Initiative von NOI Techpark ins Leben gerufen, um die Kreativität, den Innovations- und den Unternehmergeist der Südtiroler Oberschüler zu fördern. Ganz nach dem Motto: Es ist nie zu früh, um innovativ und autonom zu denken. Und auch nie zu früh, um Einblick in Wirtschaftskreisläufe zu erhalten oder sich mit Geschäftsmodellen zu befassen.

Dass die Zukunft im Klassenzimmer beginnen kann (oder sogar muss), hat „Camp 4 Company“ in den vergangenen Jahren gleich mehrfach bewiesen. Die Grundidee ist dabei immer dieselbe geblieben: Der Wettbewerb will die jungen Generationen zu Unternehmertum und Innovation anregen und sie dabei unterstützen, ihre Ideen auf den Markt zu bringen. Die Zahlen zeugen für das große Interesse: Über 35 Teams mit 300 Schülern aus 16 verschiedenen Südtiroler Ober- und Berufsschulen haben allein heuer am „Camp 4 Company“-Wettbewerb teilgenommen und die Markttauglichkeit ihrer Ideen getestet. Ebenso mit im Boot saßen Tutoren und Experten. Sie standen den Schülern mit wertvollen Ratschlägen zur Seite und haben sie das gesamte Schuljahr hindurch begleitet.

„,Camp 4 Company’ wurde 2012 initiiert“, erinnert sich Mario Farias, Projektmanager im NOI Techpark und Verantwortlicher für den Wettbewerb.  „In all den Jahren haben wir mit über 2.200 Schülern und 120 Lehrern zusammengearbeitet. Es sind viele Teams und ebenso viele Ideen entstanden, die durchaus in der Lagen waren, auf ihren eigenen Beinen zu stehen, ja sogar zu laufen.“ Für den Technologiepark sei „Camp 4 Company“ eines der langlebigsten und erfolgreichsten Projekte – vor allem deshalb, weil es immer wieder gelungen sei, junge, engagierte  Talente zu finden. 

Am vergangenen 28. Mai wurden die besten Ideen von einer Expertenjury bewertet und anschließend prämiert. Insgesamt gab es vier Kategorien. Neben NOI Techpark wurde die heurige Auflage von der Universität Verona, dem Innovationszentrum IXL Center und dem Beratungsunternehmen Design Your Future mitgetragen.

Die Siegerprojekte waren alle durch Kreativität und einen praktischen Ansatz gekennzeichnet. Der Preis für die beste Geschäftsidee und für die beste Multimedia-Präsentation ging an das „Chop-allinone“-Team, das ein multifunktionales Schneidebrett aus Holz samt Smartphone- und Messerhalter und einem herausnehmbaren Fach für Speisereste entwickelt hat. Eine einfache, aber effektive Idee, aus der ein bequemes, sicheres und ästhetisch ansprechendes Objektes entstanden ist. „Unsere Schneidebrett ist aus der Notwendigkeit heraus entstanden, das Platzproblem in vielen Küchen in den Griff zu bekommen“, erklärt Teammitglied Elena Castlunger. „Bei unserem Produkt haben wir versucht, alle Elemente logisch zu organisieren, um potenzielle Kunden anzusprechen.“

Den Preis für das beste Geschäftsmodell hat sich hingegen iTeachU geholt. Dabei handelt es sich um eine Vermittlungsplattform für Aus- und Weiterbildungsangebote in den Bereichen Schule, Sport und Freizeit. Auf iTeachU ist es möglich, Gruppen- oder Privatkurse zu buchen, die von den Schülern selbst für andere Schüler gegen eine geringe Gebühr angeboten werden. Bei der Erstellung des Businessplanes haben die Schüler die Canvas-Methode angewandt, um die Jury von der Vollständigkeit und Wirksamkeit der erlernten Inhalte zu überzeugen. „Auf der Plattform ist es möglich, online Kurse anzubieten und zu buchen“, so Ruben Ploner, Sprecher des Teams. „Die Idee dazu hatten wir, weil wir ein ähnliches Produkt im Netz gesucht, es aber nicht gefunden haben.“ Daher habe das Team beschlossen, seine Erfahrungen umzusetzen und so vielen Schülern zu helfen.

An iTeachU ging auch der erste Preis für den besten Prototyp. Und zwar ex aequo mit dem Team Coff und seinem zusammenklappbaren Mehrzweckwagen für bequeme Einkäufe. Ein echt smarter Wagen, der mit einem Kühlfach, zwei externen Flaschennetzen, zwei internen Fächern für eine intelligente Verstauung der Produkte und einem robusten Deckel ausgestattet ist. Damit lassen sich auch schwere Einkäufe leicht nach Hause transportieren. Mit seinen vier Rädern und seiner kompakten Struktur ist der Wagen extrem wendig. „Die größten Schwierigkeiten hatten wir beim Bau des Prototyps“, verrät ein Teammitglied. „Anfangs klebten die Räder nicht. Wir mussten verschiedene Materialien testen und gleich mehrere Läden durchforsten, um das Passende zu finden.“ Was bestimmt nicht falsch war: Denn ohne Schwierigkeiten gibt es bekanntlich keine Innovation.

 

 

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