8 min read
Häuser, Städte, Mobilität – unsere Zukunft wird smart
Teilen
WhatsappWhatsapp
2020-01-24 2020-01-24 24 Januar 2020 - Marion Egger
8 min read
Bild

Folge 1 | Smart Living

CES 2020 in Las Vegas bot Einblicke in die Tech-Trends der nächsten Dekade. Vom Einzug des Internet of Things in unser aller Zuhause, der Entwicklung hin zu vernetzten, elektrischen und autonomen Mobilitätslösungen sowie nachhaltigen Ideen in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittel. NOI Techpark hat die globale Bühne der Innovation betreten und die zukunftsweisendsten Makrotrends der nächsten 10 Jahre und darüber hinaus entdeckt. In einer Reihe von drei Beiträgen berichten wir euch über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen „smart living“, „the turn in automotive industry“ und „tech for a better world“. 

Bozen, Montag, 15.04.2030, 07.15 Uhr: Der Wecker klingelt, die Rollos öffnen sich und lassen das morgendliche Sonnenlicht herein. Marion steht auf und streckt sich: „Jetzt erstmal eine warme Dusche und anschließend eine Tasse Kaffee.“ Das Duschwasser wird auf ihre bevorzugte Temperatur eingestellt und geht an, sobald sie das Badezimmer betritt, während sich in der Küche die vollautomatische Kaffeemaschine in Gang setzt und frischen Wachmacher aufbrüht.

07.55 Uhr: Marion verlässt das Haus, pünktlich um 08.00 Uhr trifft der täglich für diese Uhrzeit reservierte Shuttlebus ein. Elektrisch angetrieben und ohne Fahrer geht es zu ihrem Arbeitsplatz im NOI Techpark in der Gewerbezone von Bozen.

08.18 Uhr: Sobald Marion NOI Techpark betritt, meldet sich ihr Smartphone zu Wort: „An der Rezeption ist ein Päckchen für Sie hinterlegt.“ Sie begibt sich zum Empfang, scannt ihr Handy ein und Pepper, der Assistenzroboter, übergibt ihr das Paket. 

10.30 Uhr: Es steht eine Besprechung mit dem Standort Bruneck an. Marion begibt sich in den Meetingroom und verbindet sich über den smarten Sitzungsassistenten mit ihren Kollegen im Pustertal.

12.30 Uhr: Mittagszeit! Gemeinsam mit zwei Arbeitskolleginnen setzt sich Marion in den Park. Wenige Minuten später rollt auch schon der Auslieferungsroboter an, gefüllt mit ihren Bestellungen, die sie am Morgen online eingegeben haben. Heute gibt’s Sushi.

14.42 Uhr: Eine Benachrichtigung auf Marions Smartphone: Der Hund hat Zuhause den Wassernapf umgestoßen. Der Haushaltsassistent wurde bereits automatisch aktiviert, um das Malheur zu beseitigen.

17.45 Uhr: Heute Abend hat Marion noch eine Verabredung in Meran. Sie ist spät dran. Via „Uber“ bestellt sie sich ein Flugtaxi, das sie auf direktestem Weg in die Kurstadt bringt.

22.20 Uhr: Marion kommt nach einem langen Tag zu Hause an. Sie hat die Schlüssel im Büro liegen lassen. Kein Problem, die Tür öffnet sich über Gesichtserkennung. Ein Blick in den Badezimmerspiegel: Heute Abend eine pflegende Maske, empfiehlt dieser. Sie trägt die Maske auf und setzt sich auf die Couch. Schnell noch die Termine für morgen checken und dann heißt es nur noch Füße hochlegen…     

So oder so ähnlich könnte 2030 ein ganz normaler Alltag aussehen. Zumindest, wenn es nach den Ausstellern und Visionären auf der CES 2020 in Las Vegas geht, der größten Fachmesse für technologische Innovation in der Welt. Vom 07. bis 10. Januar haben dort Tech-Giganten, Unternehmen und Start-ups die neuesten Technologietrends und ihre zukunftsweisenden Produkte präsentiert. NOI Techpark war mittendrin und hat die spannendsten Inputs gesammelt. Zurück im Innovationsquartier in Bozen haben wir uns mit unseren Fachleuten vor Ort konfrontiert und ausfindig gemacht, wohin der Weg für Südtirol in dieser Welt des Wandels und der technologischen Innovation gehen kann. 

Unser Zuhause – intelligent und vernetzt 

Es gibt wohl kein Wort, welches die CES in Las Vegas besser zusammenfasst: SMART. Ja, die Zukunft wird „intelligent“ und das hört schon lange nicht mehr beim Smartphone auf. Von unserem Zuhause bis zu unseren Städten, der Trend geht hin zu einer immer stärker vernetzten Welt. IoT, Akronym für das Internet of Things, geht über in eine Intelligence of Things, also eine Intelligenz der Dinge, die uns umgeben. Was bedeutet das konkret? Wir sprechen von Technologien, die uns Menschen verstehen. Bislang kennen wir digitale Sprachassistenten wie Amazons „Alexa“ und „Hey Google“, das ist allerdings erst der Anfang. Die Zukunft liegt in Geräten, die verstehen und umsetzen, was wir denken, nicht nur was wir laut aussprechen. Ferne Zukunftsmusik? Möglicherweise.

Was wir jetzt schon auf der CES erleben durften sind smarte Haushaltsgeräte wie der LG ThinQ Washer, die intelligente Waschmaschine, die mit Künstlicher Intelligenz verschiedene Materialien und Farben von Kleidungsstücken erkennt und das passende Waschprogramm auswählt. Ein großes Thema war auch die smart security. August präsentierte sein Wi-Fi Smart Lock, ein intelligentes Schloss mit integriertem Drahtlos-Internet für noch mehr und einfachere Sicherheit. Alle diese Geräte sind mit unseren Smartphones und Tablets vernetzt und lassen sich damit bedienen und überwachen.

Eine der größten Innovationen im Bereich der connected smart homes stellt sicherlich Samsungs Ballie dar. Ein Roboter, wenig größer als ein Tennisball, der sich auf Rollen durchs Haus bewegt, Personen folgt und als eine Art Schnittstelle zwischen den Nutzern und den verschiedenen smart home devices fungiert. Im Konzeptvideo, das Samsung auf der CES zeigte, erkannte Ballie etwa, dass der Hund den Futternapf umgestoßen hatte, und aktivierte daraufhin den Saugroboter. Derzeit stellt Ballie nur ein Konzept und eine Zukunftsvision dar, aber die möglichen Einsatzbereiche und das Design versprechen einiges.

Im Zentrum all dieser neuen intelligenten Produkte für die eigenen vier Wände steht der Mensch. Samsung spricht von der „Age of Experience“, dem Zeitalter, in welchem das Individuum und dessen Erlebnisse im Mittelpunkt stehen. Die Technologie muss dementsprechend auf den Menschen und seine Bedürfnisse zugeschnitten sein.

Die Stadt der Zukunft

Dasselbe gilt für smart cities.  Im Jahr 2050 werden rund 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Eine Herausforderung für Politiker, Planer und Privatpersonen, der einzig mit innovativen Technologien begegnet werden kann. Das Design und die Funktionalität intelligenter Städte soll dabei ganz auf die Bewohner zugeschnitten sein. Toyota präsentierte in Las Vegas ein einzigartiges Konzept, nämlich den Bau eines Prototyps der „Stadt der Zukunft“ auf einem 75 Hektar großen ehemaligen Industriegelände am Fuße des Fuji in Japan. „Woven City“, wie sie dieses ambitionierte Projekt nennen, soll eine Art „lebendiges Labor“ darstellen, in welchem sowohl Vollzeitbewohner als auch Forscher leben und Technologien wie autonomes Fahren, Robotik, intelligente Häuser sowie Künstliche Intelligenz (KI) testen und weiterentwickeln.

"Eine komplette Stadt von Grund auf zu bauen, selbst in diesem kleinen Maßstab, ist eine einmalige Gelegenheit, Zukunftstechnologien zu entwickeln, einschließlich eines digitalen Betriebssystems für die Infrastruktur der Stadt", sagte Akio Toyoda, Präsident der Toyota Motor Corporation, bei der Präsentation der Initiative auf der CES. "Da Menschen, Gebäude und Fahrzeuge miteinander verbunden sind und über Daten und Sensoren miteinander kommunizieren, werden wir in der Lage sein, die vernetzte KI-Technologie sowohl im virtuellen als auch im physischen Bereich zu testen und ihr Potenzial zu maximieren. "Vernetzung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit" sind also die Schlagworte dieser intelligenten Stadt der Zukunft, die bereits 2021 ihre Tore öffnen soll und anfangs rund 2000 Bewohner zählen wird.

Ein wichtiges Thema, wenn wir von Internet of Things und immer stärkerer Vernetzung in unseren Häusern und Städten sprechen, ist die Sicherheit der Daten. Gerade Sensible Daten wie jene, die in unseren vier Wänden generiert werden, müssen geschützt werden. Eine Herausforderung, der sich die Tech-Unternehmen in Zukunft noch mehr stellen müssen. Nicht nur in Las Vegas, sondern auch bei uns im NOI Techpark, wo etwa das IoT- und Blockchain-Start-up Ecosteer eine Plattform entwickelt hat, die Usern die Kontrolle über persönliche Informationen zurückzugeben soll.

Mit der Schaffung des Open Data Hub haben wir am NOI Techpark bereits den ersten Schritt hin zu einer Vernetzung und Digitalisierung Südtirols geschaffen. Diese riesige Datenbank über den örtlichen Tourismus und die Mobilität dient derzeit der Überwachung von Verkehr, Parkplätzen sowie öffentlichen Verkehrsmitteln. Langfristiges Ziel: die Responsivität der auf Künstlicher Intelligenz beruhenden Systeme und Geräte verbessern und damit den Weg für eine smarte Zukunft ebnen. Wie wir dieses Ziel erreichen können und welche Technologien die kommenden Jahre prägen werden, hat uns die CES in Las Vegas gezeigt.  

Kommende Woche geht es weiter mit den neuesten Trends in der Automobilindustrie -> The Turn in Automotive Industry.

FACT SHEET

Die CES, die seit 1998 einmal jährlich im Januar in der US-amerikanischen Wüstenstadt Las Vegas stattfindet, ist die weltweit größte Messe für Technologie und Innovation. Alljährlich präsentieren Tech-Giganten, etablierte Unternehmen und Start-ups hier die neuesten Trends und Produkte, begleitet von unzähligen Konferenzen und ausgewählten Keynote Speeches. Die diesjährige „globale Bühne der Innovation“, wie sich die CES selbst nennt, wurde von rund 170.000 Fachleuten, Medienvertretern, Unternehmen und Branchen-Insidern aus 160 Ländern besucht. Sie zählte 4.400 Aussteller und 1.200 Start-ups sowie rund 300 Konferenz zu zukunftsweisenden Themen wie 5G, IoT und vielen mehr. Mit dabei war in diesem Jahr erstmals ein Start-up aus Südtirol, Chap SDK, das im Start-up Incubator des NOI Techpark angesiedelt ist. 

Teilen
WhatsappWhatsapp