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NOI Techpark expandiert: Grundsteinlegung am Automotive-Zentrum in Bruneck
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2020-09-21 2020-09-21 21 September 2020 - Elmar Burchia
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Das Zentrum wird innerhalb 2022 fertiggestellt, mit Wasserstoff betrieben und wird zum Bindeglied zwischen spezialisierten Unternehmen, Forschung und Ausbildung.

Die Zahlen sprechen für sich: Weltweit enthält jedes dritte Auto Komponenten, die in Südtirol entwickelt und produziert wurden. Das Land zählt mehr als 800 auf Automatisierung und Automobilherstellung spezialisierte Unternehmen. Diese erwirtschaften jährlich einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro und rund 16.000 Beschäftigte sind direkt oder indirekt in der Automobilproduktion tätig. Der Automobilsektor ist somit eine der dynamischsten Exportbranchen Südtirols. Der Großteil dieser Unternehmen (und ihre Mitarbeiter) sind im Pustertal angesiedelt. Das neue, auf die Zulieferkette von Automobilbestandteilen spezialisierte Innovationsviertel konnte daher keinen besseren Standort als Bruneck finden.

Eröffnung in zwei Jahren

Am 14. September wurde der Grundstein gelegt und in Kürze werden die Bauarbeiten beginnen. Das Eröffnungsdatum steht auch schon fest: 2022 ist es soweit und der NOI Techpark Bruneck wird seine Tore öffnen. Für das Projekt, an dem die Freie Universität Bozen, der NOI Techpark und die Automotive Excellence Südtirol beteiligt sind, wurden 31 Millionen Euro bereitgestellt. Automotive Excellence Südtirol ist ein Netzwerk zu dem sich einige der führenden Unternehmen der lokalen Automobilbranche, wie GKN Sinter Metals, GKN Driveline, Intercable, Alupress, Autotest und Autotest Motorsport, zusammengeschlossen haben. Diese sechs Unternehmen verarbeiten und entwickeln Bestandteile sowie Systeme für große Automobilhersteller wie BMW, Porsche, Audi und Volkswagen.

Anziehungspunkt für Talente

„Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, ist es heute unerlässlich, die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung zu stärken“, so Helga Thaler, Präsidentin von NOI Techpark, während der Zeremonie auf dem Gelände des ehemaligen Busbahnhofs in der Nähe des Stadtzentrums. „Der NOI Techpark Bruneck wurde gegründet, um einen Bezugspunkt für die Unternehmen der Automobilbranche zu schaffen. Das Innovationsviertel wird sich daher auf Automatisierung und Innovation spezialisieren, um Talente aus der gesamten Welt nach Südtirol zu bringen und somit lokale Unternehmen zu unterstützen“, erklärt Thaler weiter.

NOI ist offen für alle

„Der NOI Techpark Bruneck wird aber nicht nur ein technologisches Zentrum sein, sondern der gesamten Bevölkerung offenstehen“, fügt Thaler hinzu. Die gesamte Stadt werde von der neuen Struktur profitieren. Das Pusterer Innovationsviertel wird ein multifunktionales Zentrum mit Forschungslaboren und einem Veranstaltungssaal mit 400 Sitzplätzen namens „NOBIS“, der auch der Stadtverwaltung zur Verfügung stehen wird. Das Gebäude, entworfen vom Architekturstudio Kerschbaumer Pichler & Partner in Brixen, wird daher „nicht nur ein Bezugspunkt für die Wirtschaft, sondern auch für die Bewohner des gesamten Pustertals“. Unterirdisch wird es zudem ein Parkhaus mit 380 Stellplätzen geben.

Raum für Forschung und Entwicklung

Im Laufe der kommenden zwei Jahren wird eine neue Struktur mit etwa 6.000 Quadratmetern geschaffen. Hier werden in Zukunft mehr als 75 Fachexperten und Forscher arbeiten. Das Projekt wurde vom Land Südtirol, der Gemeinde Bruneck und dem NOI Techpark kofinanziert. Ein wesentlicher Teil der Summe stammt aus dem Fondo per lo svilluppo e la coesione (FSC). Doch was wird man alles im NOI Techpark alles antreffen? Im neuen Zentrum werden Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen der Freien Universität Bozen angesiedelt. Zudem wird es Räume für Unternehmen, Forschungsinstitute, Start-ups und Co-Working-Spaces geben. Die Tätigkeiten werden sich auf vier Schwerpunkte konzentrieren: Wirtschaftsingenieurwesen, Produktionstechnologien, Automatisierung und Digitalisierung.

Coopetition statt Konkurrenz

„Wir glauben an die integrierte Entwicklung und Dezentralisierung der technologischen Infrastrukturen", unterstrich die Präsidentin der Freien Universität Bozen, Professorin Ulrike Tappeiner. Für sie sei die „Coopetition“, also eine Geschäftsstrategie, die Wettbewerb und Kooperation verbindet, entscheidend. Wie viele andere Branchen hat auch der Automobilsektor sehr unter der Coronakrise gelitten und Einbußen zwischen 20 % und 30 % hinnehmen müssen. Der NOI Techpark Bruneck möchte daher technologisches Know-how und die Innovationskraft der Branche stärken, Investitionen in Forschung und Entwicklung fördern, Arbeitsplätze schaffen und dadurch die lokale Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen.

Klaus Mutschlechner, CEO von Intercable (Global Player in der Automobil- und Elektrobranche) und Präsident von Automotive Excellence Südtirol, ist ebenfalls überzeugt, dass Südtirol ein Gebiet mit einer hohen industriellen Berufung sei - insbesondere im Automobilsektor. „In unserem Land sind mehr als drei Prozent der Beschäftigten im Automobilsektor tätig, im Pustertal sind es sogar zehn Prozent“, erklärt Mutschlechner. „Dies ist einer der Gründe, warum wir Unternehmen, Forschung, Universitäten und Gemeinden zusammenführen wollen, um die Möglichkeiten und vor allem die Attraktivität des Südtiroler Systems auszubauen.“

Nachhaltige Energiegewinnung

Und dann ist da noch das „grüne" Herz: Der NOI Techpark Bruneck wird nämlich mit Wasserstoffenergie betrieben. Im neuen Innovationsviertel wird es eine Anlage zur Erzeugung und zum Speichern der Wasserstoffenergie geben. Die dafür notwendige Energie kommt von Photovoltaik-Paneelen auf dem Dach des Technologieparks. Der Wasserstoff dient also als Treibstoff und macht die Nutzung von sauberer Energie möglich – ein weiterer Schritt in Richtung kohlenstofffreie Wirtschaft. Dies ist auch auch ein Impuls für die Automobilindustrie. Denn im NOI Techpark in Bruneck wird gemeinsam mit den Projektpartnern die Wasserstofftechnologie für den Betrieb von Motoren untersucht.

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