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Fusion Grant: 400.000 Euro für neun nachhaltige Projekte
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2020-12-07 2020-12-07 7 Dezember 2020 - Alexander Ginestous
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Das sind Siegerprojekte des Wettbewerbs, der junge Forschende „under 40“ und Unternehmen zusammenbringt, um Entwicklung und Innovation in Südtirols Wirtschaftswelt zu fördern. Der Fokus liegt dabei auf ökologischer Nachhaltigkeit

Forschung, Innovation und Entwicklung des lokalen Wirtschaftssystems – und all das mit Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit: Das ist der gemeinsame Nenner der neun Siegerprojekte des Wettbewerbs „Fusion Grant” der Stiftung Südtiroler Sparkasse und NOI Techpark in Kooperation mit dem Südtiroler Wirtschaftsring-Economia Alto Adige und Rete Economia-Wirtschaftsnetz, mit dem junge Forschende unter 40 Jahren unterstützt und neue Kooperationen zwischen Forschung und Wirtschaft aktiviert werden sollen.

Neun Projekte, die mit insgesamt 400.000 Euro dotiert sind, und in strategischen Bereichen der Südtiroler Wirtschaft angesiedelt sind: von Umweltüberwachung über Aufwertung von Nebenprodukten in der Agrar- und Lebensmittelindustrie, Innovation in den Produktionsprozessen von Holzkonstruktionen bis hin zur Einführung innovativer Systeme zur Bewertung der thermischen Leistung von Fassaden. „Wenn wissenschaftliche Forschung auf die Bedürfnisse der Wirtschaftswelt trifft, steigt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und es entsteht ein Mehrwert für die gesamte Gesellschaft. Auf diese Vision arbeiten wir im NOI Techpark hin und Fusion Grant zielt in dieselbe Richtung”, erklärt Hubert Hofer, Vizedirektor des NOI Techpark.

Alle präsentierten Projekte setzen auf starke Partnerschaften und wurden in enger Synergie zwischen lokalen Unternehmen wie Alperia, VOG Products oder Rubner Holzbau und den im NOI Techpark angesiedelten Forschungseinrichtungen von Eurac Research, Fraunhofer Italia und unibz konzipiert und entwickelt. „Die neun Siegerprojekte sind spannend und ehrgeizig und haben das Potenzial, positive Synergien zu schaffen”, unterstreicht Konrad Bergmeister, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse. In einem so heiklen historischen Moment sei es essentiell, zu kooperieren und die Forschung aus den Laboren herauszuholen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu steigern und das Potenzial der Synergien zwischen den einzelnen Playern in Südtirol voll auszuschöpfen.

Neue Südtiroler Erfolgsgeschichten schreiben

Eines der Fallbeispiele, das perfekt repräsentiert, für welche Vision und Werte der Wettbewerb steht, ist OPTIONS – OPTimized solutIONS for sustainable retrofits. Ein Projekt, das von Fraunhofer Italia in Zusammenarbeit mit dem Unternehmenskonsortium VIVIUS eingereicht wurde, um nachhaltige Lösungen für die energetische Gebäudesanierung zu entwickeln. Fusion Grant hat uns ermöglicht, eine Idee zu verwirklichen, die wir schon lange im Kopf hatten. Diese Umsetzung, diesen Schritt von der Theorie in die Praxis, konnten wir nun gemeinsam mit erfahrenen und spezialisierten Forscherinnen und Forschern realisieren“, erklärt Christine Pfeifer vonVIVIUS Konsortial GmbH. Stolz auf die gemeinsame Arbeit zeigt sich auch Dominik Matt, wissenschaftlicher Leiter des Projekts und Direktor von Fraunhofer Italia: „Wir freuen uns sehr über die ausgezeichnete Bewertung durch die Wettbewerbsjury. Ich halte es für sehr wichtig, Unternehmen und junge Talente zusammenzubringen und so neue Gesinnungsgemeinschaften für so sensible Anliegen wie Nachhaltigkeit in allen Wirtschaftsbereichen zu schaffen.”

Alle Projekte, die nun in den Genuss der Fördermittel kommen, verfolgen ehrgeizige Ziele zum Wohl der Allgemeinheit. Wie die Initiatoren des Wettbewerbs unterstreichen, gilt es, ihre Ergebnisse entsprechend zu verwerten und zu verbreiten, um neue Erfolgsgeschichten für Südtirols Wirtschaft zu schreiben. „Diese Initiative vertieft unsere Verbindung mit der lokalen Wirtschaft weiter”, erklärt Paolo Lugli, Rektor der Freien Universität Bozen. „Und sie war ein guter Anlass, junge Forschende aus dem Ausland zurückzuholen und somit die Attraktivität des Standorts zu erhöhen.“ 

Drei der finanzierten Projekte stammen von der Freien Universität Bozen, konkret von den Laboren für Food Technology und Thermo Fluid Dynamics sowie der Smart Data Factory. Gemeinsam mit dem Unternehmen VOG Products werden mit einer lösungsmittelfreien Technologie ätherische Öle aus Apfelkernen gewonnen, in Kooperation mit einem Energieriesen wie Alperia ein nachhaltiger Umgang mit Sedimenten bei Staudämmen ermöglicht oder gemeinsam mit Ontopic, einem im NOI Techpark angesiedelten Spin-off der unibz, die Integration und Auswertung von Daten erleichtert, um die Entwicklung von Lösungen für große Herausforderungen wie die ökologische Nachhaltigkeit zu beschleunigen.

Eurac Research hat sich mit fünf Projekten aus verschiedenen Themenbereichen eingebracht.  „Dank des Wettbewerbs sind wir in die Welt der Unternehmensinnovation eingetaucht und konnten eng mit lokalen Spitzenunternehmen zusammenarbeiten. Ich bin davon überzeugt, dass die Erfolgschancen eines Projekts steigen, wenn man von Beginn an gemeinsam daran arbeitet”, sagt Stephan Ortner, Direktor von Eurac Research. In diesem Sinne entwickelt das Institut für Erneuerbare Energie gemeinsam mit dem Südtiroler Unternehmen Rubner Holzbau innovative Lösungen für den Holzbau, während das Center of Sensing Solutions mit der Firma ORMA Solutions auf die Implementierung von Technologien der Künstlichen Intelligenz setzt, um die Qualität von Daten des Umweltmonitorings zu verbessern, die mit kostengünstigen Sensoren erhoben werden. Das Institut für Erneuerbare Energie arbeitet darüber hinaus mit dem Unternehmen Inewa Consulting im Bereich von Wärmepumpen mit zwei Quellen; mit der Glassadvisor GmbH wird es außerdem an einer innovativen und genauen Berechnungsmethode für die Software glassAdvisor arbeiten, um die thermische Leistung von Fassaden zu bewerten.  

 

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