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Forschung und Beratung für die digitale Welt von morgen
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2021-11-18 2021-11-11 11 November 2021
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In diesen Tagen dreht sich bei uns alles um die SFScon21 und die aufregenden Neuigkeiten in Sachen Free Software, die dort präsentiert werden. Doch das ist bei weitem nicht alles, was im NOI in Sachen Digitalisierung vorangeht. 

Es zählt zweifelsohne zu den Digital Highlights unseres Jahres: Im Rahmen unserer traditionellen Free Software Conference SFScon21 kann am morgigen Samstag im NOI erstmals Hands-on mit dem vielbesprochenen Open Source IoT- und Edge-Betriebssystem Oniro aus der Open-Harmony-Familie von Huawei gearbeitet werden. Ein Betriebssystem, das die Digitalisierung im Bereich Internet of Things (IoT) mit einer von Herstellen unabhängigen Plattform vorantreiben und revolutionieren will und über die Eclipse Foundation gezielt in Europa entwickelt wurde. Nach dem Ende Oktober erfolgtem Launch erhalten Programmierer und Entwickler in unserem Maker Space nun erstmals in einem Workshop Einblick in die neue Welt dieses Open-Source-Betriebssystems und können erste Versuche mit Oniro machen.

Ein wichtiger Schritt für die weltweite Open-Source-Community und ein Mega-Projekt, das nicht zufällig im NOI eine so prominente Bühne erhält. Schließlich wurde hier mit der 2001 gegründeten und mittlerweile europaweit bekannten SFScon schon früh das innovative Potenzial von Free Software erkannt. Aufgrund dieser langen Erfahrung und Expertise waren Patrick Ohnewein und sein Team des Free Software Lab nun direkt in die Entwicklung des innovativen Betriebssystems involviert. Im Rahmen ihres Lab-Services Open Source Compliance Policy & Strategy unterstützen sie den europäischen Huawei-Arm und die Eclipse Foundation Schritt für Schritt beim Aufbau einer transparenten Lizenzstrategie und den notwendigen Entwicklungsprozessen zum Aufbau einer Open Source-Entwicklergemeinschaft für Oniro.

Doch die digitale Zukunft und Gegenwart wird im NOI bei weitem nicht nur auf der SFScon21 verhandelt. Vielmehr finden sich in unserem Innovation District gleich mehrere Koryphäen und Labore, die daran basteln. Und zwar tatsächlich im gesamten Spektrum, also von der Datensammlung und -erhebung über die Datenverwaltung bis hin zu ihrer Auswertung über Algorithmen und Künstliche Intelligenz. In letzterem Bereich ist ohne Zweifel die Smart Data Factory der unibz am NOI ein Vorzeigeprojekt: Im Technologietransferlabor der Fakultät für Informatik fließt das Wissen von international anerkannten Informatiker*innen wie dem Leiter des Labs Prof. Diego Calvanese in Bereichen wie Datenrepräsentation, Big Data oder Recommender Systems in konkrete Aufgabenstellungen und Herausforderung von Unternehmen und Organisationen. Ein aktuelles Beispiel? Data4SmartHealth, die zweite Auflage eines Workshops der Smart Data Factory, der Ende Oktober Ärztinnen und Ärzte sowie Führungskräfte biomedizinischer Unternehmen am NOI Techpark mit Forschenden der unibz, aber auch anderer Institutionen wie Eurac Research oder Fondazione Bruno Kessler zusammen brachte. Das gemeinsame Anliegen: die Innovation im Gesundheitswesen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens weiterzubringen – und die Entwicklung einer Community rund um den NOI Techpark zu fördern, die sich mit der gemeinsamen Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten in diesem Bereich engagiert.

Um den Zugang und das Teilen von Daten geht es dagegen im Open Data Hub. Gewissermaßen eine Umlegung der Free-Software-Philosophie auf die Welt der Daten – mit der Möglichkeit, kostenlos Echtzeit-Informationen von diversen Südtiroler Datenbanken in Bereichen wie Tourismus, Mobilität, Wetter oder Veranstaltungen, um sie für digitale Angebote zu nutzen. In umgekehrter Richtung unterstützt das Team des Open Data Hub Unternehmen und öffentliche Institutionen ihre Daten mit Hilfe von offenen und standardisierten Interfaces zugänglich zu machen oder über Widgets ansprechend zu visualisieren. Wichtige Services, die dafür sorgen, Südtirol einen Platz auf der digitalen Landkarte zu sichern. Gleichzeitig erhalten Start-ups und Entwickler damit Rohmaterial, um innovative Apps und digitale Dienste anzubieten. Im Free Software Lab des NOI erhalten dagegen nicht nur IT-Riesen wie Huawei und Eclipse Foundation Begleitung bei der Entwicklung von innovativen F&E-Projekten im Bereich Software – mit Zugang zu Expertenwissen, aber auch zu Technologien wie LoRaWAN, Beacon oder 5G. 

Um Daten zu verarbeiten, interpretieren oder zu teilen müssen sie jedoch erst einmal erfasst werden. Und genau hier entstehen bei uns gleich in mehreren Laboren interessante Lösungen im Bereich der Sensorentechnik. Nicht zuletzt in unserem Maker Space, wo experimentierfreudige Talente die nötige Ausstattung finden, um selbst an der Entwicklung von Sensoren zu tüfteln. Auf wissenschaftlichem Top-Niveau wird dagegen im Sensing Technologies Lab der unibz im Bereich der flexiblen Elektronik geforscht. Dank Sensor- und Nanotechnologie wird hier eine neue Generation von Sensoren entworfen, die so klein, flexibel und energiesparend sind, dass sich dadurch Möglichkeiten für neue innovative Anwendungen wie tragbare oder implantierte Komponenten in der Biomedizin oder intelligente Sensor-Systeme im Agro-Food Bereich oder der Umweltüberwachung ergeben.

In unmittelbarer Nähe geht es dann im Center for Sensing Solutions von Eurac Research darum, neue Lösungen zu entwickeln, um die von Sensoren erhobenen Daten mit möglichst wenig Energieaufwand in die Cloud zu bringen. Das Ergebnis? Maßgeschneiderte Lösungen für die jeweiligen Anwender, die von der Datenerhebung mit Sensoren bis zur deren Analyse und Nutzbarmachung in Form von Webanwendungen oder Dienstleistungen geht. In Richtung Robotik bewegt sich die digitale NOI-Tour dann unter anderem im Anwendungszentrum ARENA von Fraunhofer Italia, der Area for REsearch & iNnovative Applications. Hier wird dank der Kooperation von angewandter Forschung und Unternehmen greifbar, wie künstlichen Intelligenz und eine fortgeschrittenen Automatisierung die Produktionssysteme von morgen verändern werden. Und weißt du was? Das war nur ein Ausschnitt, was sich alles in der digitalen Welt innerhalb des NOI Techparks tut. Wenn du mehr wissen willst – stay in touch, hier im Magazine oder auf Facebook oder Linkedin. 

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