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Ein intelligentes Heim hat das Gehirn im Dach
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2019-11-29 2019-11-29 29 November 2019 - Alexander Ginestous
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Eine Technologie, die alle wesentlichen Elemente für ein funktionierendes Heim in dessen Dach vereint. Damit hat Mas Roof das erste multifunktionelle Dach am Markt entwickelt, das sowohl nachhaltig als auch sparsam ist.

Man muss nur den Blick gen oben richten, um die nächste Revolution im Bauwesen auszumachen: Das erste multifunktionale Dach, damit das Eigenheim rundum funktioniert – unter anderem die Heizung, der Wasserspeicher, das Entfeuchtungssystem und die hauseigene Stromgewinnung. Diese Revolution im Hausbau kommt von Mas Roof , einer Techfirma, die mit NOI Techpark im Herzen der Alpen das ideale Umfeld gefunden hat, sein ehrgeiziges, aber auch relevantes Projekt umzusetzen. Denn wenn Unternehmertum und Forschung zusammenarbeiten, kommt unterm Strich immer Fruchtbares dabei heraus. Nun gab das Südtiroler Innovationsviertel den entscheidenden Anstoß, das Projekt voranzutreiben. Und die Anstrengungen tragen schon erste Früchte: Eine Crowdfunding-Initiative, die auf 800.000 Euro ausgelegt ist, konnte in wenigen Tagen schon 100.000 Euro generieren. Es ist offensichtlich, dass das intelligente Dach mit den Solar-Paneelen gefällt – und zwar aus mehreren Gründen: Es ist innovativ, es funktioniert, es tut der Umwelt gut und bringt nicht zuletzt – in Anbetracht der durchschnittlichen Preise für Dächer und einzelner Installationen – für den Kunden Kosteneinsparungen von rund 30% mit sich.

Die ersten Schritte: Die Universallösung

Die Geschichte der Firma beginnt 2016, als Projekt Manager und Unternehmer Mario Damo mit seinen Partnern entschied, die finanzielle Unterstützung des Staates für innovative Start-ups in Anspruch zu nehmen: „Wir haben uns für eine staatliche Finanzierung beworben, die bis zu 70% an Zuschüssen für unser Projekt vorsah.  Denn wir mussten gleich zu Beginn schon viel Geld investieren: Die Entwicklung musste optimiert, die Patente angemeldet und die Produktion verbessert werden.“ Also hat das Start-up mit einem ersten innovativen Produkt alles in Gang gebracht: ein Modul, das aus dem Marktpotential erneuerbarer Energien schöpfen kann. Es war leicht zu transportieren und zu installieren. Dächer konnten so einfach, schnell und kostengünstig gelegt werden. Die modulare Struktur war selbsttragend, erdbebensicher, isolierend und gleichzeitig ein Fotovoltaik-Paneel mit Verkleidung. Ob Wohnhäuser, photovoltaische Markisen, Garagen oder Parkplätze: Das mittlerweile patentierte und zertifizierte System findet in vielen Bereichen Anwendung. Die Vielseitigkeit des Produktes förderte auch den ersten Kontakt mit NOI Techpark – der ideale Ort, um den nächsten Schritt zu wagen.

Technologie 2.0

Ausschlaggebend war ein Treffen mit Stefano Dal Savio, Experte für Green Technologies von NOI Techpark. Mas Roof wollte ein Dach bauen, das sowohl einen aktiven als auch passiven Part im Haus einnimmt: Aktiv sollte Energie über Solarpaneele gewonnen werden; passiv hingegen soll es dafür dienen, dass alle essenziellen Installationen für ein richtiges Funktionieren des Gebäudes im Dach untergebracht werden sollen. Das Dach sollte mehrere Elemente in einem Produkt vereinen. Damit werden unnötige zusätzliche Arbeiten vermieden, der Aufbau des Daches verschnellert und die Kosten für die Installation gesenkt. Das Gebäude würde den KlimaHouse-Standards entsprechen und sich energetisch selbst versorgen. Es heizt, isoliert, sorgt für eine geregelte Belüftung, generiert Energie durch Photovoltaik, speichert Warmwasser, beinhaltet eine mechanische Belüftungsanlage und noch vieles mehr. Tatsächlich handelt es sich um das erste Multifunktionsdach auf dem Markt.

Um auch wettbewerbsfähig zu bleiben, hat sich das Start-up ein klares Ziel gesetzt: „Wir wollen zwischen 1000 und 4000 Häuser im Jahr verkaufen. Das durchschnittliche Dach ist zwischen 80 und 100 m² groß, hat eine Leistung von 5 kW und rund 60 integrierte Paneele. Im Vergleich zu herkömmlichen Dächern am Markt kann der Kunde bis zu 30% Kosten einsparen“, erklärt Damo.  Dal Savio ist vom Projekt angetan: „Wir haben sofort an dieses Projekt geglaubt. Das Produkt ist extrem innovativ und verkörpert voll und ganz das Konzept und die Philosophie hinter NOI Techpark: die Natur als Quelle der Inspiration heranzuziehen.“

Die Rolle von NOI Techpark: Von der Idee zum Prototyp

Die Rolle von NOI Techpark kann auf drei fundamentale Schritte heruntergebrochen werden: „Zunächst haben wir versucht, die besten Partner zu finden, um diese neue Technologie zu entwickeln. Wir haben sozusagen gescoutet, wer die Anlagen entwerfen und installieren könnte. Außerdem haben wir auch Experten gebraucht, die die Dächer ästhetisch anspruchsvoll hinbekommen. Folglich sind Unternehmen wie Eurotherm, das mechanische Belüftungsanlagen entwickelt und liefert, Energytech, das gemeinsam mit Frigosystem das Energiesystem entwickelt, mit aufgesprungen.  Der Architekt Manuel Benedikter untersucht, wie die Architektur mit den Anforderungen der industriellen Verarbeitung in Einklang gebracht werden kann. Wir haben Eurac Research mit ins Boot geholt, das sich um die Prüfung kümmert”, erzählt Dal Savio. In der Industrie war Mas Roof in Sachen Kompetenz nämlich schon gut aufgestellt. Nachhilfe benötigte das Unternehmen, um am Markt richtig anzukommen und wenn es um Energieeffizienz ging. Somit setzte es unterm Strich auf die idealen Partnerschaften: Industrielles Know-how trifft auf lokale Erfahrung im energieeffizienten Bauen.  

Der zweite Schritt der Experten der Green Technologies von NOI lag darin, ein Projektteam zusammenzustellen, um einen definitiven Prototyp hervorzubringen, der mithilfe von Finanzierungen der Autonomen Provinz Bozen weiterentwickelt werden kann. Dem gingen 30 Treffen mit Partnern in 18 Monaten voraus, um klar zu definieren, wer woran arbeiten wird. Das marktreife Produkt wird anschließend in einer Struktur hergestellt, die gerade auf dem NOI Techpark-Areal entsteht. So wird ein Haus erschaffen, das das 2.0-Modul schon integriert hat.

 

Das Crowdfunding

Nun hat Mas Roof entschlossen, eine Crowdinvesting-Kampagne zu starten, die 800.000 Euro generieren soll und mittlerweile schon 100.000 gesammelt hat. „Jeder, der eine interessantes und innovatives Projekt hat, sollte sich für diese Art der Finanzierung entscheiden. Somit kannst du deinen Kunden undurchsichtige Kanäle ersparen und dich auf emotionale mit Blick in die Zukunft konzentrieren“, ist sich Damo sicher. Transparenz wird somit großgeschrieben. So sollen Partner gefunden werden, die an das Projekt glauben – aber nicht nur: „Wir hoffen, Investoren zu finden, die nicht nur Geld geben, sondern auch strategische Partner werden, um die Synergien in unserem Business zu stärken. Mittlerweile haben die Partner, die schon im Projekt mitarbeiten, auch dank NOI Techpark die Sicherheit gewonnen, dass das Produkt großes Potenzial hat. Wir befinden uns gerade in einer Zeit des Wandels im Bereich ökologischer Lösungen. Es gibt viele einzelne, aber keine kombinierten wie unsere, was besonders den Endkonsumenten beeinträchtigt.“ Tatsächlich trägt die Produktion eines allumfassenden Ganzen ihre Früchte: Der Kunde spart Zeit und Geld beim Bau und das Konstrukt kann auch problemlos in schwer erreichbare Gegenden transportiert werden.  

FACT SHEET

Mas Roof GmbH ist ein Start-up mit Sitz in Oderzo in der Provinz Treviso. Gegründet wurde das Unternehmen im Dezember 2016. Die Bezeichnung „MAS“ ist ein Akronym für ‚modulare antisismico e solare‘ (Antiseismisches und Solarmodul), was für ein neues Verständnis, Dächer zu bauen, stehen soll. Mas Roof will modulare Lösungen im nachhaltigen Bauwesen hervorbringen, um Energie zu sparen und um Solarenergie zu umzuwandeln. Zusammengefasst will die Firma ein innovatives Konzept voranbringen, das eine komplette Lösung zur autonomen Gewinnung sauberer Energie darstellt.

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