Labor zur Untersuchung von Lebensmittelprozessen und -technologien

Der Fokus im Food Technology Lab liegt auf der Untersuchung von Extraktionsprozessen mit Hilfe innovativer Technologien auf der Basis von überkritischen Flüssigkeiten. Ziel ist es, Verbindungen mit hohem Nährwert aus Lebensmittelabfällen zu gewinnen und sie in Produkte und Nanomaterialien umzuwandeln. Mit Hilfe von Homogenisierungs-, Pasteurisierungs-, Extrusions- oder Trocknungstechniken werden neue Formulierungen und Zutaten kreiert, darüber hinaus wird deren Stabilität und Haltbarkeit analysiert.

Die Forscher nutzen die Eigenschaften von Kohlendioxid in überkritischem Zustand, um natürliche Verbindungen mit hohem Mehrwert ohne Lösungsmittel zu extrahieren. Diese Technologie wird eingesetzt: - um ätherische Öle aus Samen und Fruchtschalen zu extrahieren, - um bioaktive, nutrazeutische und antioxidative Substanzen aus Industrieabfällen zu gewinnen und - um Pestizide, verunreinigende Stoffe sowie unerwünschte Substanzen (Kaffein, Cholesterin) aus Lebensmitteln zu entfernen. Des Weiteren werden im Labor Pilotstudien zur Optimierung der Herstellung von Zutaten durchgeführt. Mit der Gefriertrocknung kann Produkten das Wasser ganz schonend entzogen werden. Die Forscher sind nicht nur in der Lage, durch den Zusatz von antioxidativen oder antimikrobischen Verbindungen Lebensmittel zu „funktionalisieren“, sie gewinnen auch Produkte in Pulverform mit hohem Nährgehalt, langer Haltbarkeit und Stabilität, die sehr gut rehydrierbar sind.

Auch Pilotstudien zu Extrusionstechniken werden durchgeführt. Indem funktionelle Zutaten wie mit Proteinen, Ballaststoffen und Stärke angereicherte Mehle dazu gemischt werden, um das Nährprofil zu verbessern, entstehen innovative Produkte. Mit der Technologie der Hochdruckhomogenisierung (bis zu 20 MPa) können extrem stabile Nanoemulsionen hergestellt werden: Öl-in-Wasser-Emulsionen oder Wasser-in-Öl-Emulsionen. Dies ermöglicht zum Beispiel das Beimischen von nutrazeutischen, antioxidativen, natürlichen antimikrobischen Verbindungen oder Aromen in Lebensmitteln und Getränken, in denen sie natürlicherweise nicht vorkommen. Ein weiteres Schwerpunktthema der Forschung sind die Nanotechnologien zur Entwicklung von neuen Produkten im Agrar- und Lebensmittelbereich. Im Labor werden Nanomaterialien entwickelt, die dank ihrer besonderen chemisch-physikalischen Eigenschaften beträchtliche Vorteile mit sich bringen – so z. B. eine stärkere chemische/biologische Reaktivität in der Produktion, in der Verarbeitung und in der Konservierung von Lebensmitteln sowie bei der Herstellung von Zusatzstoffen und Zutaten – und die Entwicklung von innovativen lebensmittelberührenden Materialien ermöglichen.

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